Aguajira Wasser für die Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

April 2016

Mitgliederzahl

37

Land

Kolumbien

Ort

La Guajira

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Status

Laufend

Begonnen

April 2016

Mitgliederzahl

37

Land

Kolumbien

Ort

La Guajira

Problematik vor Ort

Problematik vor Ort

Die Media Guajira und Alta Guajira zählen zu den ärmsten Regionen Kolumbiens. Sie sind hauptsächlich vom indigenen Volk der Wayuu besiedelt, was einer der Gründe dafür ist, dass die Gegend wenig Aufmerksamkeit vom Staat bekommt. In großen Teilen der Region ist keinerlei Infrastruktur vorhanden. Es gibt keine Sanitäranlagen, keinen Zugang zu Wasser, geschweige denn ein Wasser- oder Stromversorgungsnetz. Die Kommunen bestehen zumeist lediglich aus einigen einfachen, aus Lehm und Holz gebauten Häusern.

Das massive Problem ist weniger die nicht vorhandene Infrastruktur, als die extreme Trockenheit, die sich in den letzten Jahren zugespitzt hat. Vorher bestehende Wasserquellen, wie die Jagüeys (Wasserlöcher, die sich bei Regen füllten) sind dadurch versiegt. Aufgrund der Nähe zur Küste und des abnehmenden Süßwassernachstroms infiltriert Meerwasser den Untergrund, wodurch das Grundwasser über weite Teile der Region versalzen ist. Diese Umstände führten zu einem extremen Wassermangel, der die Viehzucht bedroht und den Ackerbau sehr schwierig macht. Nach und nach gehen so wichtige Nahrungsquellen verloren. Momentan beschränkt sich das Nahrungsangebot fast ausschließlich auf den Fischfang. Am stärksten von den Problemen betroffen sind die Kinder, die häufig mangel- und unterernährt sind oder an Krankheiten leiden, weil sie gezwungen sind, verunreinigtes Wasser zu trinken. Die Situation verschlimmert sich zunehmend und führte in den letzten Jahren sogar zu zahlreichen Todesfällen.

Der Wegfall traditioneller Beschäftigungen – Ackerbau und Viehzucht – führte zu einer spürbaren Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit unter der Bevölkerung. Besonders für die Jugendlichen sind hier Beschäftigungsperspektiven von großer Wichtigkeit. Viele jungen Menschen, die in der Nähe vom Meer wohnen widmen sich nun dem Fischfang. Es fehlen jedoch Boote und weiteres Equipment und sie können damit nur schlecht ihre Familien versorgen.

Gemeinschaften, die mit der Stiftung FUCAI zusammenarbeiten, werden vorübergehend mit Tanklastern versorgt. Diese Notlösung wurde mit der aktuellen lokalen Regierung ausgehandelt. Das Wasser kommt aus der Entsalzungsanlage in Manaure. Auch wenn es anfangs keimfreies Trinkwasser ist, besteht stets die Gefahr, dass es beim Transport mit den Tanklastern oder bei der Speicherung verkeimt. In den Wayuu-Gemeinden speichern die Menschen das Wasser in großen schwarzen Tanks, denen häufig der Deckel fehlt und die stets der prallen Sonne ausgesetzt sind. Die mangelnde Hygiene hierbei führt des öfteren zu Durchfallerkrankungen. Da selbst Manaure Schwierigkeiten hat, die eigene Stadt mit ausreichend Süßwasser aus den Entsalzungsanlagen zu versorgen, kommen die Tanklaster nur sehr unregelmäßig in die abgelegenen Wayuu-Gemeinden.

Einen riesigen Vorteil haben dagegen die vereinzelten Gemeinden, die einen Tiefbrunnen und eine eigene Wasseraufbereitung besitzen. Sie sind dadurch unabhängig von der korrupten Regierung, von Geschenken von Hilfsorganisationen und erlangen mehr Selbstbewusstsein durch Selbstständigkeit. Ganz zu schweigen, von der Verbesserung der Lebensqualität, die sie, durch den Zugang zu Wasser in einer so heißen und trockenen Region erfahren. Es fühlt sich an wie kleines ein Wunder. Die Entsalzungsanlage ist wie eine Oase in der Halbwüste.

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner FUCAI und den Wayuu-Gemeinden möchten wir diese Probleme angehen und versuchen, so schnell wie möglich langfristige und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um die Selbstständigkeit der Wayuu wieder herzustellen.

ausgetrockneter Wasserspeicher
Wasserstelle