Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
image/svg+xml
image/svg+xml

Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

image/svg+xml
image/svg+xml

Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Der Rohbau steht! Das verbliebene Vorschulhaus ist nun fertig gestellt. Mit einem kollektiven „nochmal zusammen Gas geben“ haben wir es in den vergangenen Wochen endlich geschafft die letzten Teile zusammenzuschrauben und aus einem großen 3D Puzzle das Haus zu bauen. Nun aber erst einmal der Reihe nach, denn davor waren wir auch nicht ganz untätig:

Seit unserem letzten Blog Eintrag hat sich jede Menge auf der Baustelle  getan. Mittlerweile haben wir alle über die Hälfte unserer Einsatzzeit hinter uns, was wir mit einem kleinen Bergfest nach Feierabend zelebrieren konnten. Vergangenen Sonntag hat sich dann Stefan als Erster unseres Teams auf die Heimreise begeben. Nun geht es für den Rest mit Meilenstiefeln in den Endspurt, um das Projekt dem kürzlich angereisten Folgeteam reibungslos zu übergeben. Die großen und für unsere Bauphase wichtigen Punkte, haben wir in den letzten Tagen, soweit das Material es zuließ, abgearbeitet. Der Zaun, der das Gelände vor unbefugten Zutritten schützen, aber auch das Ausbüchsen des Wachhunds Burka verhindern soll, ist nahezu abgeschlossen. Nicht ganz einfach machte es uns die Flora und Fauna des bis auf kleine Trampelpfade unerschlossenen Gebiets. Kies, Sand und Zement bis an die Stellen der benötigten Zaunpfosten zu tragen, erforderte bei tagsüber 36 Grad sowohl von uns, als auch von den haitianischen Arbeitern jede Menge Motivation, Schweiß und Mambabrötchen. In enger Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Maurerbossen konnten wir fehlende oder passungenaue Mauerstücke zurechtrücken, sodass wir in den nächsten Tagen nur noch den Maschendraht entlang der Zaunpfosten spannen müssen.

 

Bis dahin hatten wir jedoch keine Langeweile: der Rohbau des Vorschulhauses ist neben den tragenden Bauteilen auch stolzer Besitzer eines Dachs, einer Innenverkleidung und der etwas aufwändigeren Außenverkleidung. Hier überraschte uns das „handelsübliche“ Trapezblech auf die harte Weise. Mitten während des Festschraubens stellten wir fest: rotes Trapezblech ist nicht gleich rotes Trapezblech, sondern auf jeden Millimeter kommt es an. Hätten wir vorher darauf geachtet, wären uns viel Stress und Nerven erspart geblieben. Letztendlich konnten wir es dank einer Nachtschicht doch noch vor unserer Deadline fertigstellen und sind mit dem Resultat mehr als zufrieden. Für den Hobbypuzzler daheim: 400 m Holzbalken, 80 m² Beplankung, 90 m² Dacheindeckung und knapp 100 Liter Holzschutzmittel (und unzählige Schrauben und Nägel) ergeben ein kleines, aber feines Holzhaus.

 

Mit unserer Projektpartnerin und Bauherrin Anke konnten wir anschließend die nächsten Bauflächen für die kommenden Mädchenhäuser abstecken. Bevor die Aushubarbeiten starten können, mussten wir möglichst alle Bananenstauden retten und umpflanzen lassen. Um den wilden Bewuchs des Geländes sinnvoll zu nutzen, bestellte Anke haitianische Forstarbeiter und Rasenmäher: eine “Herde“ Ziegen und Schafe. Doch bei der schon angesprochenen Temperatur lässt der Erfolg noch auf sich warten und wir werden vermutlich doch, auf ebenfalls haitianische Art und Weise, mit der Machete, dem Gestrüpp Herr werden müssen.

 

Die Mädchenhäuser sind die größte Aufgabe dieser Bauphase und  werden aller Voraussicht nach alle Teams diesen Sommer beschäftigen. Es ist nun an uns, dies bestmöglich vorzubereiten. Hierfür sind im ersten Schritt das genaue Einmessen und ein großflächiger Erdmassenabtrag für einen ebenen Baugrund notwendig. Anschließend werden die Fundamente ausgehoben, bewehrt und betoniert, um schlussendlich die Bauphase mit einem fertigen Wohnhaus zu beenden, in dem sich die ersten 8 Bewohnerinnen wohlfühlen können. Dies steht auf der Agenda unserer Neuankömmlinge ganz oben, weshalb wir, die Schafe und alle weiteren Beteiligten, alle Energie hierfür aufbringen werden.

Um uns inmitten der 12-14h/6 Tage die Woche fit und motiviert zu halten unternehmen wir an unseren freien Tagen kleine Schmankerl: ein Marktausflug, Wanderung auf den benachbarten Telefonberg zum Sonnenaufgang, eine Fahrt nach Jeremy zum Strand und einen Nachmittagsausflug zum „Fluss“ in der Nähe. Dabei entdecken wir immer neue Seiten von uns und von Haiti. Denn neben beeindruckend freundlichen Menschen, einem schönen Karibik-Strand und der sehr sympathischen Einstellung, ab mittags 12:00 Uhr schon Bonswa (Guten Abend) zu wünschen, fallen uns auch die Probleme und Schwachstellen auf. Armut und Perspektivlosigkeit sind neben den Hygiene-Problemen und einer fehlenden Müllentsorgung die traurigen Punkte. All das macht das Reisen in diesem Land aber umso interessanter und die teils äußerst pragmatischen Lösungen der Haitianer auch noch super amüsant. Kurz vor Ende unserer Zeit in Haiti haben wir uns ein paar Tage für einen Kurzurlaub auf der Île à Vache frei genommen. Hier konnten wir die gemeinsame Zeit mit Stefan gemütlich und in einem angemessenen Rahmen ausklingen lassen, das neue Team begrüßen und kennenlernen und vor allem Kraft für die kommenden Arbeitstage tanken. Dabei taten die freien Tage nicht nur der Stimmung in der Gruppe gut, sondern konnten wir auch Land und Leute näher kennen lernen.

 

Wir freuen uns also gemeinsam auf die kommenden, für uns letzten Wochen und wünschen Stefan, „the man on the Mischaa“ eine gute und ereignislose Heimreise nach Deutschland. „Enjoy your last (large) Poutine!“

Viele liebe Grüße aus Beaumont

Michael, Niklas, Simon, Stanley,  Laura, Thomas und Johannes sowie Stefan aus dem Flieger

 

2 Kommentare


  1. Hallo ihr Starken,
    was ihr da leistet ist überaus beindruckend. Bei diesen Temperaturen will man sich ja noch nicht mal bewegen,
    und ihr macht da noch Schwerstarbeit.
    Ich habe mich ganz besonders gefreut auf den Fotos meine liebe Laura zu entdecken!! 🙂
    Einen ganz großen und dicken Kuss an Dich.
    Schön, dass ihr euch zwischendurch auch mal eine Pause gönnt.( Das freut das Mutterherz)
    Wünsche euch weiterhin viel Motivation und Teamgeist und frue mich schon auf den nächsten Beitrag.
    Herzliche Grüße
    Elke Obhof

    Antworten

  2. Liebes Bauteam, ich kann nur immer wieder meinen großen Respekt euch kund tun.
    Eure Leistung auf der Baustelle unter erschwerten Umständen ist einfach beachtlich und toll und für euren
    Einsatz in Haiti , ein riesengroßes Danke, Danke , Danke…..
    Gute Heimreise wünscht euch Annette Büchele aus Lahr!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.