Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Unsere Baustelle verändert sich in einem rasanten Tempo, doch was genau bauen wir da eigentlich? Klar, dass es ein Wohnhaus für die Mädchen wird, hat sich bereits rumgesprochen, aber warum so viel Stahl und Beton? Warum bauen wir so massive Eckwände statt Einzelstützen?
Mit diesem Beitrag möchten wir euch einen kleinen Einblick in unsere Bauweise geben und zeigen, mit welchen Problemen wir dabei zu kämpfen haben.

Vor dem Bau des Hauses steht selbstverständlich eine ausführliche Planung an. Diese verläuft in mehreren Schritten. Im ersten Schritt werden die gegebenen Kennwerte zu Boden und Baumaterialien sowie die auftretenden Lasten ermittelt. Da wir für unser Grundstück in Haiti noch kein Bodengutachten, sondern nur Abschätzungen aus Gesprächen mit Fachleuten haben, tritt hier das erste Problem auf, sodass wir mit konservativen Annahmen rechnen müssen. Das heißt, die für die Berechnung angenommenen Werte werden tendenziell nachteiliger angesetzt als wir in der Realität erwarten und bieten so noch etwas Sicherheitspuffer.

Im nächsten Schritt werden dann die einzelnen Bauteile vom Dach über das Stahlbetonskelett bis zum Fundament bemessen. Können die Lasten aus dem Eigengewicht des Gebäudes, Wind und Erdbeben nicht abgetragen werden, müssen die zu schwachen Bauteile neu dimensioniert werden und der ganze Prozess der Bauteilbemessung beginnt von vorn.

Bei etwa 15 Lastkombinationen, die durch Erdbeben- und Windlasten aus allen möglichen Richtungen zustande kommen, ist das keine leichte Aufgabe und wir können unserem Konstruktionsteam den größten Respekt für die gesamte Planung aussprechen.

In Haiti haben wir sowohl mit großen Erdbeben- als auch starken Windlasten zu kämpfen. Wo auf der einen Seite eine leichte Holzbaukonstruktion für den Erdbebenfall günstig wäre, bietet selbige kaum Sicherheit bei den Windlasten eines Hurrikans, wie wir ihn 2016 mit Matthew erlebt haben. Stahlbeton bietet optimalen Schutz im Falle eines Hurrikans, erfordert jedoch eine ordentliche Bemessung für den Erdbebenfall, da er nicht so flexibel ist. Unsere Bauweisen sind daher immer ein Kompromiss und bieten so möglichst viel Sicherheit in allen Fällen.

Üblicherweise sind Vertikallasten aus dem Eigengewicht der Bauteile für die Bemessung maßgebend, die durch Stützen ideal abgetragen werden können. Bei einem Erdbeben entstehen durch die Erdbewegung jedoch vor allem Horizontallasten. Unser Wohnhaus, das sich gerade im Bau befindet, weist daher in den Ecken massive Wände auf, die der Aussteifung dienen und Horizontalkräfte besser aufnehmen können als schlanke Stützen. Darüber hinaus ist das Tragwerk im Grundriss doppeltsymmetrisch geplant. Dies ist günstig für den Erdbebenfall, damit das Gebäude möglichst gleichmäßig in Schwingung versetzt werden kann. Um generell die großen Lasten ordentlich abtragen zu können, benötigen wir sehr massive Fundamente.

Insgesamt stecken in unserem Stahlbetonskelett etwa 7 Tonnen Stahl und mehr als 35 m³ Beton.

Mit der Verstärkung von 6 EWB’lern konnten wir innerhalb der letzten Woche mit 26 fleißigen Händen in raschem Tempo die Bewehrung und die Schalung für den Ringanker fertigstellen. Für heute steht daher ein letztes Mal für dieses Haus im großen Stil Betonmischen, Eimerheben und Verdichten auf dem Bauplan.

Es grüßen aus Beaumont

Hannah, Laura, Maren, Nico, Chris, Chris, Leon, Philipp, Matze, Fabi, Yannick, Dominik und Stanley

4 Kommentare


  1. Hallo,
    Respekt für den Bericht und Eure Arbeit!!
    Gruß
    Manfred Sickmann

    Antworten

  2. Hallo Hannah, Laura, Maren, Nico, Chris, Chris, Leon, Philipp, Matze, Fabi, Yannick, Dominik und Stanley!

    Vielen Dank für eure Arbeit und die Infos. Wie immer super gemacht!

    Liebe Grüße von Irmela Fritsch aus Oberwolfach im Schwarzwald

    Antworten

  3. Es ist doch immer wieder interessant, über Eure Arbeit in Beaumont zu lesen und bringt uns das Projekt ein Stück näher.

    Viel Erfolg weiterhin und gutes Gelingen,
    Heike Kragl-Besse

    Antworten

  4. Liebes Bauteam,
    als Frau (Jahrgang 1954) finde ich es einfach nur super, daß das Baugewerbe nicht mehr nur in männlicher Hand liegt, sondern auch für Frauen selbstverständlich geworden ist. Da hat sich erfreulicherweise viel geändert.
    Vielen Dank für eure kleine Einführung in das Planen und Bauen eines Gebäudes, hört sich für Laien
    kompliziert an.
    Immer wieder Respekt für euren Einsatz und eure Arbeit, danke .
    Freu mich immer auf eure Berichte, so können wir hier den Fortschritt auf der Baustelle miterleben!!
    Liebe Grüße an das Bauteam und allen fleißigen Helfern!!
    Annette Büchele aus Lahr

    Antworten

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