Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

46

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Aufwachen im Einzelzimmer mit drei leerstehenden Betten, kein Stau vor der Toilette, Ruhe am Frühstückstisch, kein Rangeln um die besten Plätze. Baustellenbesprechung? Fehlanzeige. Einiges hat sich verändert, seit aus dem zeitweise 13-köpfigen Team nur noch Dominik und Matthias vor Ort geblieben sind. Wie sich die haitianischen Tage zu zweit gestalten, das lüftet der neue Blogeintrag.

…zZz…zZz…  Ah da ist ja jemand! Guten Morgen Matze! Guten Morgen Dominik!

… „Dusche ist frei!“

Unser Alltag in Haiti hat nicht mehr viel mit dem gemein, wie wir ihn bei unserer Ankunft Ende Oktober kennengelernt hatten. Waren wir anfangs noch dreizehn Personen, erinnerte das abendliche Duschen an das Sportheim nach dem Fußballtraining in der Heimat – nur eben mit Eimer und Kelle. Später, zu neunt, wechselten sich kleine Grüppchen damit ab. Die Einen genossen den Feierabend auf der Veranda, während die Anderen sich waschen konnten. Nun, zu zweit, fallen altbekannte Sätze wie „Dusche ist frei“ nur noch aus Versehen.

… „Oh nein, warum gibt es mittags schon wieder Brötchen“

Wenn ein Team in Beaumont ankommt, werden zunächst Aufgaben rund um die Baustelle und das tägliche Leben verteilt. Wer motiviert ist, übernimmt gerne einen Posten und kümmert sich dann beispielsweise um den Essensplan, die Trinkwasserversorgung („den PAUL“), das Baustellentagebuch, die haitianischen Arbeiterkollegen oder die Bauleitung. Als wir entschieden, zu zweit noch länger zu bleiben als die Anderen, hatten wir eines noch verdrängt: verantwortlich für jeden einzelnen Posten sind jetzt WIR.

… „Hast du den Schlüssel schon wieder in deiner Hosentasche?“

 

Es läuft nicht alles rund. Wir haben zwar zu zweit mit der Holzausfachung und den Holzwänden begonnen und sind auf der Baustelle mittlerweile ein eingespieltes Team, doch im Alltag schleicht sich die ein oder andere Ermüdungserscheinung ein. Einer hat den Schlüssel eingesteckt, wenn der Andere Werkzeug holen geht. Einer vergisst den Kaffee zuhause und der Andere schläft auf dem Mittagstisch ein. Dass zudem nur einer von uns Französisch spricht, macht es manchmal nicht leicht, aber umso lustiger. Der Spaß bleibt uns nicht vergönnt.

…  „Beeil dich mit dem Tor, bevor der Hund rau.. Okay,  dann gehen wir halt Gassi“

Auch wenn wir vor Ort deutlich weniger Leute sind als zu Hoch-Zeiten, sind wir eines nie: alleine. Das liegt unter Anderem an den vielen Menschen, die wir in unseren bald zwei Monaten hier kennenlernen durften. Nicht zu vergessen sind aber die Tiere, die uns mehr oder weniger freiwillig begleiten. Allen voran gibt es Shouna und Burka, die von den Hunden des Waisenhauses immer mehr zu unseren Baustellenhunden wurden. Sie haben ein Gespür dafür, wo sie sich besser nicht aufhalten sollten – und legen sich genau dorthin. In Sägespänen zu duschen oder in frisch betonierte Bodenplatten zu stampfen, gehört zu ihren liebsten Hobbys.

… „Schließ‘ das Fenster, sonst kommt die Katze wieder rein“ – „Welches Fenster?“

 

In unserer Unterkunft bekommen wir auch ständig ungeladenen Besuch. Da es hier nie wirklich kalt wird, haben haitianische Fenster allenfalls ein Gitter, das zwar Menschen draußen hält, auf Tiere aber geradezu einladend wirkt. So besucht uns nachts regelmäßig eine herrenlose Katze und kuschelt sich von außen an Dominiks Moskitonetz. An der Innenwand lebt eine Echse, die wir liebevoll „Erik“ nennen, wohl schon länger als wir und beschützt uns vor Insekten. Außerdem überrascht uns im Haus gerne der ein oder andere Frosch, von denen es uns einer im Bad so sehr angetan hat, dass er von uns einen Namen bekam:

– Das ist Sör-Thorsten.
– Sir Thorsten?
– Sör-Thorsten. „Sör“ ist kurz für „Sören“.

Stetige Begleiter befinden sich sowohl vor dem Haus als auch dahinter. Schon früh am Morgen wird man geweckt von lauten Hähnen, die keine Rücksicht nehmen auf Ruhezeiten oder Wochenenden. Viele Zuschauer bekommt man auch beim morgendlichen Zähneputzen, da sich hier bereits eine ganze Hühnerschar um einen versammelt oder es streitet sich wieder die Ziege von der einen Straßenseite mit dem verfeindeten Schaf auf der anderen. Zwischen diesem Nachbarschaftsstreit und unseren Betten liegt nicht mehr als eine Wand.

… „Wir sollten mal die leeren Betten abbauen“ – „Ach, jetzt lohnt es sich auch nicht mehr“

Auch wenn wir zu zweit sind, passen unsere treuen Begleiter zu jeder Zeit und jedem Wetter auf uns auf, sodass wir uns nie einsam fühlen müssen. Dennoch freuen wir uns schon darauf, in wenigen Tagen das Team 5.6 begrüßen zu dürfen. Vielleicht bringen sie ein wenig Weihnachtsstimmung in die grüne Tropenlandschaft, denn an Winter erinnern die folgenden Bilder nicht – den Adventskranz bringen wir selbst.

 

Es grüßen aus Beaumont Dominik & Matthias!

1 Kommentar


  1. Hallo Dominik und Matthias. Heute am Nikolaus Tag wünschen wir von zu Hause aus weiter gutes gelingen auf der Baustelle.
    Grüsse von deinen Eltern.
    Wir sind echt beeindruckt von eurer intensiven Arbeit.

    Antworten

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