Eluthumadduval Bäckerei Brot für eine Perspektive
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Status

Abgeschlossen

Begonnen

Juni 2014

Beendet

November 2015

Mitgliederzahl

35

Land

Sri Lanka

Ort

Eluthumadduval

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Status

Abgeschlossen

Begonnen

Juni 2014

Beendet

November 2015

Mitgliederzahl

35

Land

Sri Lanka

Ort

Eluthumadduval

Trinkwasser

Warum eine dezentrale Wasserförderung und Wasseraufbereitung?

An unserem Projekstandort Eluthumadduval auf der Jaffna Halbinsel Peninsula gibt es kein städtisches Frisch- und Abwassernetz. Für die Sicherstellung der Wasserversorgung mit ausreichender Wasserqualität haben wir deshalb ein dezentrales Konzept entwickelt und umgesetzt.

Ausgangssituation

In der Region versorgen sich die Bewohner über eigene Flachwasserbrunnen. Seit kürzerer Zeit werden vermehrt Tiefbrunnen gebohrt, die kostengünstig Wasser in ausreichender Qualität und Menge liefern. Die Nutzung dieser Wasserquelle birgt allerdings eine große Gefahr, die den wenigsten bewusst ist. Aufgrund der geologischen Verhältnisse vor Ort (Karstlandschaft) und der Nähe zum Meer führt die Förderung von Wasser aus tiefen Wasserschichten langfristig zu einer Verschlechterung der bereits heute angespannten Grundwassersituation. Je mehr Wasser über Tiefbrunnen gefördert wird, desto mehr Meerwasser fließt unterirdisch nach, wodurch die wertvollen Süßwasservorkommen der Region versalzen und somit auf Dauer unbrauchbar gemacht werden. (IWMI 2013)

Entscheidungsfindung

Wir entschieden uns daher gegen den Bau eines Tiefbrunnens, um nicht zur Versalzung des Grundwassers beizutragen. Als Wasserquelle möchten wir einen auf dem Grundstück bestehenden Flachwasserbrunnen nutzen. Der Brunnen liefert Wasser, welches hohe Trübungswerte sowie Eisen- und Mangangehalte aufweist. Somit ist das Rohwasser weder als Trink- noch als Brauchwasser direkt nutzbar. Um den hohen Ansprüchen an die Wasserqualität zu genügen muss eine Aufbereitungsanlage nachgeschaltet werden.

Unser Ziel war es ein möglichst einfaches und kostengünstiges System zu finden. Es sollte sich mit den örtlich verfügbaren Materialien realisieren lassen, sodass die Wartung und ggf. der Austausch und die Beschaffung von Anlagenteilen eigenständig umsetzbar ist.

Unser Konzept

Unser Plan für die Wasserversorgung der Bäckerei sieht vor, das Wasser aus dem bestehenden Flachwasserbrunnen zu fördern und mit einem nachgeschalteten, mehrstufigen Filter zu reinigen. Über eine Pumpe wird das Rohwasser aus dem Brunnen in den ersten Hochbehälter gefördert. Von dort aus fließt das Wasser allein durch Gravitationskraft durch unsere Filteranlage, bestehend aus einer Vorfilterung und der eigentlichen Filterung zu Trinkwasser.

In der Vorfilterung durchfließt das Wasser, in kontrollierter Menge und Geschwindigkeit, eine vorgeschaltete offene Belüftung und anschließend einen dreistufigen, in Serie geschalteten Upflow-Roughing-Filter (Grobfilter aus Kies). In diesem Schritt werden hohe Anteile der Trübheit sowie der gelösten Eisen- und Manganverbindungen entfernt. Die Kontrolle der Durchflussmenge und damit das Sicherstellen der erforderlichen Fließgeschwindigkeit werden über eine selbstgebaute Apparatur mit Dreieckswehr als Flow-Control erreicht.

An die Vorfilterstufe schließt die Filtration durch einen Bio-Sandfilter an. Dieser reduziert über mikrobiologische Prozesse in einer aktiven Bioschicht des Sandfilters die Bakterienanzahl im Wasser drastisch.

Die technischen Anlagen sind in einem separaten Brunnenhaus untergebracht. Hier sind sie vor Witterung und Diebstahl geschützt. Durch eine weitere Pumpe wird das Wasser, nachdem es die Filteranlage durchlaufen hat und außerhalb des Gebäudes in einem 1000 m³-Tank zwischengespeichert wurde, zum Wasserhochbehälter auf dem Bäckereigebäude geleitet. Von diesem wird das Wasser zu den einzelnen Verbrauchern wie Dusche, Toilette und Waschbecken verteilt.

 

 

  • Auch die Arbeiten am Brunnenhaus gehen in die finale Phase

 


Quellen:

  • IWMI 2013 – Mikunthan, T.; Vithanage, M.; Pathmarajah, S.; Arasalingam, S.; Ariyaratne, R.; Manthrithilake,
  • H. 2013. HydrogeochemicalcharacterizationofJaffna’saquifersystemsinSriLanka. Colombo, Sri Lanka: International Water Management Institute (IWMI)