Iyolwa – Water & Sanitation Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

39

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

39

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Oder zumindest von der Hochspannungsleitung. Wenn aber Sicherungen rausfliegen, Konstruktionsarbeiten an den Strommasten und Wackelkontakte zusammenkommen wird Strom zum echten Luxus.

Daran, dass der Strom manchmal kurzfristig ausfällt, haben wir uns alle gewöhnt. In solchen Stunden wird dann das Bohren mal verschoben, die Heizstrahler und Ventilatoren zum Trocknen der Zisternen verstummen und auch das Schweißgerät bleibt kalt. Mit dem immer höheren Strombedarf in den letzten eineinhalb Wochen haben sich aber auch die Stromausfälle gehäuft. Als dann am Montag noch die Nachricht kam, dass auf Grund von Reparaturen und Erneuerung der Strommasten in der Umgebung der Strom tagsüber ganz weg sein würde, dachten wir uns erstmal nichts dabei. Wofür gibt es schließlich einen Generator? Doch bis auch der Letzte auf der Baustelle den heiß ersehnten Strom hat, ist es ein langer Weg…

7.48 Uhr: Nachdem wir auf der Baustelle ankommen, macht sich Flo auf den Weg den Generator zu holen, der nachts im Hausmeisterbüro eingeschlossen wird. Der Hausmeister Leo ist aber natürlich ausgerechnet jetzt gerade nicht da.

8.12 Uhr: Mit Hilfe von zwei Lehrern kann Leo gefunden und das Büro geöffnet werden. Der etwa 150 kg schwere Generator kann aber nicht alleine über die Treppenstufe an der Tür gehoben werden. Andi wird schnell als Verstärkung geholt. Gemeinsam schiebt man den Generator zum Verteilermast.

8.24 Uhr: Der Generator wird angemacht und fängt an zu brummen… aber kein Strom an der Steckdose. Ja da gäbe es so einen Schalter, den man noch umlegen müsse, aber dieser ist mit einem Vorhängeschloss im Verteilerkasten geschützt, erfahren Flo und Andi. Also wieder zurück zu Leo, um den Schlüssel hierfür zu organisieren.

8.45 Uhr: Leo wird zum zweiten Mal gesucht und gefunden, der Schalter wird umgelegt.  Der erste Versuch direkt an der Steckdose zeigt: Noch immer kein Strom.

8.50 Uhr:  Ach ja, fällt Leo ein, die Sicherung für den benötigten Schulflügel ist wahrscheinlich rausgeflogen. Seufzend laufend Andi und Flo auf die andere Seite der Schule.

8.57 Uhr: Zum Glück haben sie diesmal den Schlüssel gleich mitgenommen, sodass das Vorhängeschloss vor dem Sicherungskasten mal kein Hindernis darstellt. Die Tür wird geöffnet und es stellt sich heraus, die Sicherung ist raus. Mit einem kleinen Klick ist das Problem behoben. Die Steckdose hat Strom!

9.04 Uhr: Die Kabeltrommel wird mit Adapter an die Steckdose angesteckt und ausgerollt, sodass man direkt bei den Sandfiltern die Rohre verschweißen kann. Das Schweißgerät wird eingesteckt und…. Nichts tut sich.

9.07 Uhr: Manon läuft zurück zur Steckdose. Vielleicht hat ja mal jemand wieder vergessen, den Schalter, den es hier an jeder Steckdose gibt, auf „ON“ zu stellen? Nein, auch der Adapter und der Stecker scheinen ordnungsgemäß angesteckt. Naja, alles nochmal ausstecken und einstecken bzw. an- und ausstellen. Zurück am Schweißgerät gibt es aber immer noch keinen Strom.

9.11 Uhr: Letzte Möglichkeit: Die Sicherung der Kabeltrommel ist das Problem: Sicherung wird raus und wieder reingemacht. Aber… alles hilft nichts. Das Lämpchen des Schweißgeräts bleibt dunkel. Langsam sind wir mit unserem Latein am Ende.

9.15 Uhr: Flo geht nochmal das Kabel ab, hebt es hoch, um ein darauf liegendes Stück Holz zu entfernen, da ruft plötzlich Manon „Es funktioniert!“. Flo, dessen Laune nach 1,5 Stunden Stromsuche schon merklich gesunken ist, schöpft wieder Hoffnung: Vielleicht kann er doch noch bis zur Frühstückspause um 10 Uhr zumindest etwas sägen? Schutzbrille anziehen, Ohropax rein, Brett zurechtlegen, Kreissäge an. Doch kein Sägeblatt beginnt sich zu drehen. Vollkommen verzweifelt verfolgt er das Kabel Richtung Kabeltrommel – ach ja, der Stecker für die Kreissäge muss ja auch noch in die Verlängerungsschnur eingesteckt werden, damit es funktioniert!

Auch wenn die Suche nach dem Strom uns täglich Zeit kostet, kommen wir doch gut voran. Die Regenrinnen am Schulgebäude sind fast vollständig angebracht und auch die Rohrkonstruktion von Hochtank über Sandfilter und Entnahmetanks zu den Wasserhähnen geht voran. Am Mittwoch wurde in Absprache mit den Bauingenieuren in Deutschland entschieden, dass eine der zwei unterirdischen Zisternen dank Heizstrahlern und Belüftungskonstruktion inzwischen trocken genug ist, damit man mit dem Verputzen anfangen kann, weshalb seitdem fleißig dafür alles vorbereitet wird. Für die nächsten Monate, bis im Frühjahr die nächste Bauphase die Zisternen fertigstellen kann, wird es eine Zwischenlösung mit Tanks geben, die parallel entsteht.

Am Samstagmorgen hat Flo uns schweren Herzens verlassen, um sich auf den Heimweg nach Deutschland zu machen. Während unsere Bauphase nun in den finalen Endspurt geht und sogar sonntags gearbeitet wird, kehrt in der Schule Ruhe ein. Nachdem die Abschlussklausuren geschrieben wurden, ging es in der letzten Woche vor den Ferien in der Schule merklich entspannter zu. So nutzten wir die Gelegenheit, um den Schülern zu zeigen, was in den letzten Monaten direkt neben ihren Klassenräumen gebaut wurde und wie das Wasseraufbereitungssystem funktioniert. Mit lautem Gerufe wurde so einmal in die Zisterne geklettert und probiert, wie gut es darin hallt und etwas Sand aus dem Sandfilter genommen. Dass Sand so fein wie Speisesalzkörner sein kann, hat viele überrascht. Im Laufe des nächsten Schuljahres kann dann hoffentlich das gefilterte Regenwasser entnommen werden.

Zum feierlichen Abschluss der Woche verabschiedeten sich die drei Sicherungen der Hochspannungsleitungen mit einem lauten Knall. Damit ist auch Netzstrom für die nächsten Tage nicht in Sicht und wir haben weiterhin Spaß mit unserem Generator.

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