Iyolwa – Water & Sanitation Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

39

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

39

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Trockentoiletten

Situation vor Ort

In der Region um Iyolwa werden in der Regel aufgrund ihrer einfachen und günstigen Bauweise Grubenlatrinen an Schulen und Privatgebäuden bevorzugt gebaut. Diese Bauweise hat jedoch beträchtliche Nachteile. So tritt zum einen eine verstärkte Geruchs- und Fliegenbelastung in direkter Umgebung auf und zum anderen bieten die Latrinen eine gute Umgebung für Mikroorganismen. Da meist nur ein nicht abgedichtetes Loch in den Boden gegraben wird, können Pathogene nahezu ungehindert in das Grundwasser gelangen und somit beispielsweise umliegende Brunnen verschmutzen. Die Latrinen werden meist nicht geleert, sondern nur durch neue Latrinen an anderer Stelle ersetzt, wodurch wertvolles Bauland unbrauchbar wird.

Trockentrenntoiletten als Alternative

Aufgrund der vielen grundlegenden Nachteile der ortsüblichen Latrinen wurde nach einer möglichst kostengünstigen und umweltschonenden Alternative gesucht. Da insbesondere in der Trockenzeit Wasser eine sehr kostbare Ressource darstellt, wurden Lösungen mit einer Wasserspülung schnell verworfen. Dagegen basiert das  Prinzip einer Trockentrenntoilette auf der wasserlosen Trennung von Fäzes und Urin. Dazu werden so genannte Squatting Pans eingesetzt.

Darunter versteht man in den Boden eingelassene Hocktoiletten, die durch zwei Öffnungen den Urin von den Fäzes separieren. Da sich die meisten Pathogene in den Fäzes befinden, werden diese oberirdisch gelagert und getrocknet, wodurch ein Großteil der Pathogene abstirbt. Anschließend können die getrockneten Fäzes gefahrlos als Düngemittel auf Feldern eingesetzt werden. Der separierte Urin kann in das Erdreich versickern oder aufgefangen und verdünnt als Düngemittel verwendet werden.

Die Fäzes werden entweder direkt in den gemauerten Kammern oder in eingesetzten Auffangbehältern gesammelt. Aufgrund der unkomplizierten Leerung und dem einfacheren Transport zum Kompostbereich haben wir uns für Auffangbehälter entschieden. Diese sollten optimalerweise gut durchlüftet werden, damit bereits in der Toilette die Fäzes besser austrocknen können. Um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen und der Geruchsentwicklung vorzubeugen wird nach dem Toilettengang ein Gemisch aus Asche, Erde, Sand und/oder Sägespänen auf die Fäzes geschüttet.

Wir verwenden das sogenannte Zweikammern-Prinzip bei dem sich unter einer Toilettenkabine zwei Kammern befinden. Dabei wird eine Kammer solange genutzt bis der sich darin befindende Auffangbehälter voll ist. Anschließend wird die andere Kammer genutzt und die Fäzes in der ersten Kammer können schon vorgetrocknet werden bis die zweite ebenfalls voll ist. Die ungenutzte Squatting Pan wird mit einer Abdeckung verschlossen.

Wartung und Betrieb

Für die Gewährleistung einer kontinuierlichen Betreuung und Wartung des Sanitärkomplexes wird in Abstimmung mit unserem Projektpartner ein Hausmeister (Caretaker) angestellt, der sich um die Pflege, Leerung und Instandhaltung der Trockentrenntoiletten kümmern wird.

Dieser muss zunächst wöchentlich die Toilettenräume und Rohrleitungen prüfen. Die Körbe mit den Fäzes werden wöchentlich mit einem Stock umgerührt und bei Geruchsentwicklung mit weiterer Erde vermengt. Außerdem muss bei starker Geruchsentwicklung oder wenn sich vermehrt Fliegen in der Toilette aufhalten, überprüft werden, ob die Urinleitung leckt oder unbedeckte Fäzes zu erkennen sind. Darüber hinaus ist er zuständig für das Austauschen der Körbe. Ist ein Korb voll, wird dieser mit Erde abgedeckt. Anschließend wird die Abdeckung in der Kabine auf die andere Squatting Pan versetzt. Sind beide Körbe voll, wird der erste Korb in den Kompostbereich entleert und anschließend zurück in die Kammer gestellt. Dabei ist es gut einen Teil der vorgetrockneten Fäzes im Korb zu lassen. Die getrockneten Fäzes sehen aus wie trockene Erde und riechen nicht mehr. Nach ausreichender Lagerzeit von etwa 6 Monaten ist das umgesetzte Material ungefährlich und kann entsorgt oder als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Neben dem Hausmeister wird Reinigungspersonal benötigt. Deren Aufgabe ist es, dafür zu sorgen dass immer genügend Asche, Erde, Sand und/oder Sägespäne in den Kabinen zur Verfügung stehen. Außerdem muss das Gebäude gereinigt werden. Dabei sollte nur mit wenig Wasser gearbeitet werden, da der Boden nicht zu nass werden darf. Damit die Urinleitungen sich nicht zusetzen, müssen diese regelmäßig mit Wasser durchgespült werden. Auch das Reinigungspersonal soll darauf achten, dass es keine unbedeckten Fäkalien gibt und den Hausmeister auf erhöhten Uringeruch hinweisen, so dass dieser die Leitungen prüfen kann.

Um das Bewusstsein der Schüler zu erhöhen, ist es sinnvoll, diese in ein paar der Aufgaben, wie dem Auffüllen der Ascheeimer mit einzubeziehen. Der Umgang mit den Körben sollte allerdings aus Gesundheitsgründen dem geschulten Personal überlassen werden, das auch Zugang zu entsprechender Schutzkleidung hat.