Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Mit unseren frisch betonierten Vermessungspunkten ging es am Samstag direkt ans Werk: Vermessen des neuen Geländes. Das Problem ist, dass wir nur einen Bruchteil des Areals überhaupt sehen können. Entweder mannshohes Geröll oder dichtes Buschwerk. Meistens beides.

Mit unseren frisch betonierten Vermessungspunkten ging es am Samstag direkt ans Werk: Vermessen des neuen Geländes. Das Problem ist, dass wir nur einen Bruchteil des Areals überhaupt sehen können. Entweder mannshohes Geröll oder dichtes Buschwerk. Meistens beides.

Wir fangen mit dem zukünftigen Bereich der Mädchen an, der ist gut begehbar. Zuerst definieren wir eine Bauachse und rastern dann das Gelände ab.

Mit brennender Sonne, Moskitos und dschungelartiger Umgebung hat dies nicht mehr viel mit unseren Übungsstunden im Karlsruher Schlossgarten gemein. Man kann kaum zwei Meter weit gucken und deswegen kommen wir sehr viel langsamer voran als gedacht. Parallel dazu beginnen wir mit Bodenproben. Glücklicherweise warteten hier keine bösen Überraschungen. Es ist zwar immer wieder steinig bis felsig, aber im Großen und Ganzen taugt der Boden gut zur Bebauung.

Wenn wir schon in diesem einfachen Bereich so langsam vorankommen, wie sollen wir es dann überhaupt in dem dschungelartigen Gebiet schaffen? Ingenieursansatz: Was nicht passt, wird passend gemacht. Schnell haben wir tatkräftige Unterstützung. Der Rektor stellt uns Macheten und klassenweise Jugendliche der Schule. Einige Stunden später genießen wir den fast hindernisfreien Blick über das Gelände. Super, wir können weitermachen. Zwei Tage später stellen wir fest, dass, wie so häufig, gut gemeint nicht gut gemacht ist. Und das auch noch in zweierlei Hinsicht: Erstens haben wir uns in einer Grenze geirrt. Wir haben einen Teil von Nachbars Grundstück gerodet. Das gibt Ärger und Probleme. Zweitens wollte Anke, die Bauherrin, möglichst gar nix von der Flora zerstören. Diese sollte als Sonnenschutz, Sicht- und Lärmschutz dienen. Bis hier wirklich Bauten fertig sind, sollte das Meiste wieder nachgewachsen sein. Denken wir.

Eine kleine Abwechslung zur wilden Dschungellandschaft bot sich dann direkt durch den obligatorischen Ostergottesdienst. Begleitet von zahlreichen Kindern in den besten Sonntagsklamotten und mit bunten Bändchen in Ihren aufwändig gebändigten Haaren ging es auf zum Dorfmittelpunkt. Wen nun ein 3-stündiger Kirchgang abschreckt, der sollte bedenken, dass in Haiti ein Gottesdient von melodische E-Gitarrenklänge begleitet wird und auch auf den Köpfen balancierte Ananas nicht fehlen. Umgeben von all diesen Eindrücken waren wir vollauf beschäftigt, die verschiedenen Kirchgänger vom schlafenden Jungen bis zur genervten älteren Frau zu beobachten. Wir verstanden quasi gar nichts. Nur einmal, als unsere Namen dann vorne vorgelesen wurden um uns willkommen zu heißen, wussten wir worum es ging. Spätestens beim anschließenden Festessen, als jeder seinen Hähnchenschenkel auf dem Tellerchen liegen hatte, waren wir alle hellauf begeistert.

Nach diesem Ausflug ging es dann direkt am nächsten Tag wieder zurück zum Arbeitsalltag. Ein Teil der Gruppe ist mit der Vermessung vollauf beschäftigt, der andere Teil bereitet die Arbeiten vor, die wir für den Aufenthalt geplant hatten. Es geht also zum „Baumarkt“ in die nächste Stadt Les Cayes. Wir brauchen Schalungsmaterial und ein paar Werkzeuge. Zudem wollen wir für die nächsten Bauschritte generell herausfinden, welche Materialien hier vor Ort verfügbar sind und was diese kosten. Die Straße nach Les Cayes ist im Rohbauzustand und dementsprechend abenteuerlich. An diesem Tag war die Straße nur um 11 und nach 16 Uhr überhaupt geöffnet. Der „Baumarkt“ ist dann auch eher eine Reihe von kleinen Baustoffhändlern, teilweise im Basarstil. Es gibt einiges, aber man muss sich viel zusammensuchen, verhandeln und wissen, wo man was am besten kriegt. Zur Unterstützung haben wir einen erfahrenen lokalen Transportunternehmer an unserer Seite. Der kann uns vieles organisieren und dennoch ist alles schwierig. Grundsätzlich. Immer.

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