Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Die letzten Tage waren derart vollgepackt, dass wir mit dem Schreiben nicht hinterhergekommen sind. Deswegen gibt es jetzt die letzten fünf Tage im Schnelldurchlauf.

Die letzten Tage waren derart vollgepackt, dass wir mit dem Schreiben nicht hinterhergekommen sind. Deswegen gibt es jetzt die letzten fünf Tage im Schnelldurchlauf.

Das Wasserkomitee

Neben der Vermessung des neuen Areals geht es bei unserem jetzigen Einsatz um die Wasserversorgung des bestehenden Waisenhauses und des umliegenden Stadtteils von Beaumont. Dafür legen wir eine hochwertige Wasserleitung von einer Quellfassung zu zwei Entnahmestellen. Um den notwendigen Rückhalt in der Bevölkerung sicherzustellen, arbeiten wir eng mit dem lokalen Wasserkomitee zusammen. Wir treffen die Vertreter und nach einigen Reden, Bedenken und Diskussionen trinken wir auf gute Zusammenarbeit. Alkoholfrei.

Das Komitee verspricht tatkräftige Unterstützung beim Graben und geht von maximal vier Tagen Arbeit aus. Wir haben nun so eine Art Zeitplan, so in etwa eine Vorstellung, wer uns wann unterstützt. Gemeinsam besichtigen wir am nächsten Tag die Quelle und besprechen den Verlauf der Leitungen. Und dann geht es auch schon los. Graben, graben, graben. Sechs Tage und unendlich viele Steine später ist der etwa 200m lange Hauptgraben fertig. Ohne die tolle Unterstützung der Schüler unserer Gastgeber, inklusive Schulleiter, hätten wir das nicht geschafft. Das Wasserkomitee war eher sporadisch hilfreich.

Die Wasserleitung verlegen

Der Plan war, die Wasserleitung schrittweise zu verlegen, damit der Graben nicht zu lange offen liegt und von Regen wieder zugeschüttet wird. Das Leitungsrohr wollte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Waisenhauses organisieren; wir verzichten also darauf, es aus Port-au-Prince selbst mitzubringen. Unglücklicherweise hatte das organisierte Rohr dann den falschen Durchmesser – viel zu groß für den Zweck und unsere Anschlussstücke. So langsam wird die Zeit knapp. Also doch aus Port-au-Prince kommen lassen. Transportiert auf dem Dach eines völlig überladenen Buses, der einen Stopp vor dem Waisenhaus einlegt. Die Verlegung der Leitung geht dann recht schnell: Ins Sandbett legen, vorsichtig mit Erde bedecken und dann draufschaufeln, was geht.

Die Entnahmestelle für den Stadtteil nimmt Form an

Am Freitag sind wir dann soweit, dass wir die Bodenplatte der Entnahmestelle in Angriff nehmen. Als Entnahmestelle planen wir zwei Wasserhähne in einem stabilen Betonblock unterzubringen, die gegen Vandalismus geschützt und einzeln abzusperren sind. Wir organisieren mühsam Schalungsholz, einen Generator für die Kreissäge (der erst nach Stunden läuft und sich immer wieder an der Starterschnur verschluckt), einen benzinbetriebenen Betonmischer und Bewehrungsstahl. Es dauert einen Tag, bis wir alles zum Laufen bekommen haben und die Schalung sowie die Eisen vorbereitet sind. Vor allem wegen der Aushärtungszeit des Betons ist uns schnell klar: Das Betonieren müssen wir heute durchziehen, egal wie spät. Unterstützt von den Schülern schleppen wir alles zur Baustelle, der Schulleiter stellt eine Schreibtischlampe als „Baustrahler“ auf. Wir arbeiten mit Kopflampen. Die ganze Nachbarschaft ist auf den Beinen und schaut zu.

Sechs Mischer-Ladungen später ist die Schalung gefüllt. Inzwischen hat es angefangen zu regnen und der Regen wird immer stärker. Es wird eine Plane organisiert, um den frischen Beton vor dem Platzregen zu schützen. Bis die richtig ausgerichtet ist und nirgends aufliegt, haben sich alle eingesaut.

Gegen zehn Uhr ist dann alles gesichert. Jetzt muss alles zurück: Betonmischer, Rüttler, Werkzeuge. Wir sind erschöpft, dennoch fühlen wir uns super. Endlich mal konstruktiv etwas geschafft. Ausgelassen lärmend ziehen wir mit den Schülern und dem Material zurück zum Waisenhaus. Noch ein letztes Gruppenfoto, ein Bier, eine Dusche und dann nichts wie ab ins Bett.

Ein freier Tag

Nach zweieinhalb Wochen ununterbrochenem Einsatz ist es höchste Zeit, einmal durchzuatmen. Wir wollen ans Meer, schließlich sind wir ja auf einer Karibikinsel. Wie schwer kann das schon zu finden sein, zumal gefahren von einem Ortskundigen, der ein Transportunternehmen betreibt. Nach fast vier Stunden im Jeep über Buckelpisten und zwei enttäuschenden Buchten stellen wir frustriert fest, dass es doch schwer ist, einen guten Strand hier aufzutreiben. Doch dann endlich, als wir schon fast nicht mehr damit rechneten, finden wir ihn: den perfekten Karibikstrand. Kein Mensch da, türkises Wasser, feiner Sand. Jetzt mal einen halben Tag alles vergessen und dabei Kraft und Sonne tanken.

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