Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

30

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

30

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Freitag 4:30 Uhr Der Regen prasselt auf das Wellblechdach – Mist, in einer halben Stunde klingelt der Wecker.

Freitag 4:30 Uhr      Der Regen prasselt auf das Wellblechdach – Mist, in einer halben Stunde klingelt der Wecker. Weder die Hähne noch die schreiende Menge an der Wasserentnahmestelle sind schon wach.

5:00 Uhr             Der erste Wecker klingelt und wird erstmal gekonnt ignoriert.

5:20 Uhr             So langsam muss ich der Wahrheit ins Gesicht blicken und den Weg zur Latrine wagen. Zum Glück habe ich eine kurze Hose an, denn der Weg dorthin stellt die Mecklenburgische Seenplatte in den Schatten. Oh, da schwimmt schon ein Flip Flop… bin wohl doch nicht der erste.

5:45 Uhr             Ich treffe die letzte Vorbereitung und schneide mein Mülltüten-Regencape zu. Memo an mich: Nächstes Mal an der geschlossenen Seite anfangen.

6:00 Uhr             Dicht gedrängt sitze ich im Auto auf dem Weg zur Baustelle. Vier vorne, vier hinten und im Kofferraum die Schubkarre aus dem Schweinestall des Waisenhauses.

6:05 Uhr             Komisch, hier steht immer noch Hugos LKW mit unserem Betonmischer. Der seit ein paar Tagen andauernde Regen hat die Schotterpisten derart aufgeweicht, dass selbst schweres Gefährt den Hang nicht hochkommt.

6:10 Uhr             Vollbeladen schlittere ich die Baustellenzufahrt hinab. Unten angekommen stelle ich freudig fest, dass mehr Arbeiter als erwartet den Weg zur Baustelle gefunden habe. Während ich mithelfe den Pavillon aufzubauen, werden die letzten Schrauben in die Rampe für die Schubkarre gedreht.

7:03 Uhr             Der Pavillon füllt sich langsam mit Zementsäcken. Auf Grund des anhaltenden Regen muss jeder Sack einzeln in Mülltüte verpackt und zu Fuß vom Depot zur Baustelle getragen werden – 300 m Rutschpartie.

7:27 Uhr             Nachdem mal wieder jeder mindestens zehn Mal über das gespannte Schnurgerüst gestolpert sind, hätte ich mir das einmessen gestern im Regen fast sparen können. Noch passt alles.

8:00 Uhr             Getreu dem Motto: „Runter kommen sie alle“ trifft Hugo mit dem seit zwei Tagen gestrandetem Betonmischer ein. Ich wäre unter diesen Bedingungen niemals gefahren, doch mit viel Schwung, kräftigem Anschieben und Hugos langjähriger Erfahrung als LKW-Fahrer, bringt er das Auto „geschmeidig“ die Zufahrt hinauf.

8:30 Uhr             Ich fühle mich, als ob ich mir den Arm ausgerissen habe, aber der Mischer springt immer noch nicht an. Muss uns wohl doch wieder Stanley helfen. 1-0 für Haiti.

9:05 Uhr             Das Schlagen der Kieselsteine gegen die Mischerwand kann ich jetzt schon kaum ertragen. Doch der Riss an der Trommelaufhängung bereitet mir gerade größere Sorgen. Hoffentlich hält das bis heute Abend.

9:17 Uhr             Die Aufhängung hält natürlich nicht bis heute Abend. Na gut, erst mal Hugo anrufen und nach einer Lösung für das Problem suchen.

10:06 Uhr          Mit Hugo kommt direkt der Schweißer seines Vertrauens. Abenteuerlich wird alles im andauernden Regen zusammengeschweißt und zu guter Letzt noch mit einem Spanngurt fixiert. Endlich kann ich weiter arbeiten und meinen Mischer wieder mit Kies, Sand, Zement und Wasser beschicken. Wobei mein opérateur selbst bei diesem Wetter „plus dlo, plus dlo“ ruft und nach mehr Wasser verlangt.

10:34 Uhr          Der erste Lichtblick des Tages: Kurz reißt die Wolkendecke auf und ich entledige mich sofort meines Müllbeutels. Auch die Arbeiter feiern den ersten Sonnenstrahl des Tages mit einem großen Schluck „gasoline“ und fangen ausgelassen an zu singen. Und nicht nur die Sonne hat den Weg zu unserer Baustelle gefunden, sondern auch die Paté-Frau baut ihren kleinen Stand bei uns im Pavillon auf. Normalerweise versorgt sie die Schüler des angrenzenden Lycees während der Pause mit frittierten Teigtaschen. Doch auf Grund des Regens ist die Schule heute geschlossen und so komme ich als Stammkunde dennoch in den Genuss dieses haitianischen Fast-Foods.

14:00 Uhr          Wider erwarten läuft bis jetzt alles nach Plan. So langsam spüre ich das Eimerheben, meine Augen brennen von diversen Betonspritzern und meine Haare strotzen vor Zementstaub.

14:05 Uhr          Zu früh gefreut. Kurz vor Schluss kommt doch wieder was dazwischen. Einer der beiden Betonmischer wird vorzeitig abgeholt.

14:40 Uhr          Geschafft. Ich bin nass, dreckig, mir ist kalt, aber zufrieden mit unserer Leistung. Auch unsere Arbeiter sind froh und lassen sich eine letzte Runde „gasoline“ ausschenken.

19:00  Uhr         Pünktlich wie die Maurer gehen wir zur Verabschiedung von Luzie und Christoph ins Waisenhaus. Leider ist Schulleiter Valleur nicht da und so wird es eine sehr kurze Zeremonie. Das passt uns heute aber ganz gut, da es auf 8 Uhr weiter zum Abendessen bei Hugo geht. Hähnchen, picliz und frittierte Kochbananen stehen auf der Speisekarte. Dazu Bier und Rum.

23:59 Uhr          Endlich im Bett! Trotz der anstrengenden Betonage bei strömendem Regen war es ein geselliger Abend und schöner Abschied für Luzie und Christoph.

Samstag 7:00 Uhr     Beim Frühstück erfahren wir, dass der starke Regen nicht die einsetzende Regenzeit ist, sondern die Ausläufer des Hurrikans Joaquin.

Liebe Grüße von uns allen

Ann-Kathrin, Christoph, Gabriel, Myri, Luzie, Julia, Stanley, Simon


1 Kommentar


  1. Es ist toll mit welcher Energie und Freude das Team bei der Arbeit ist. Das NICHTS, wirklich gar nichts Euch entmutigt weiter zu arbeiten! Luzie, die wieder gut in Karlsruhe angekommen ist, hat uns in einem ersten, ausführlichem Telefonat schon einiges erzählt. Wir freuen uns über jeden Fortschritt und über die Informationen per Blog. Weiterhin alles Gute aus Krefeld

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