Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Der Bagger ist da! Über die neue Bauphase 7, einen besonderen, großen, neuen Freund auf unserer Baustelle und was kurz davor geschah

„Mit dem Bagger wird alles viel schneller gehen!“ Die Hoffnungen, die vor dieser Bauphase auf einer Baggerleihe in Haiti und den damit verbundenen Möglichkeiten ruhen, sind groß. Es sind eine Kantine, eine weitere Latrine und ein Klassenraum geplant; der Bagger soll uns dabei beim Einebnen und Lochgraben helfen. Doch trotz größter Bemühungen der Projektleitung, von Deutschland aus alle Konditionen mit der CAT-Verleihfirma zu klären, sind die Erwartungen der vier Reisenden Martin, Marcus, Marius und Jules, die am 20. August vom Karlsruher Hauptbahnhof aus gen Paris starten, gedämpft. Denn so recht kann sich noch niemand vorstellen, dass wir wirklich einen Baggerlader auf der Baustelle stehen haben werden, auf der zahllose Teams vor uns Tag für Tag von Hand gegraben haben. Doch mehr dazu später…

Denn bevor das aktuelle Team losgeflogen ist, standen noch einige EWB-Events daheim in Karlsruhe an. Vor allem wäre da unser erstes verheiratetes EWB-Paar, Philipp und Laura, zu nennen, deren Polterabend wir gemeinsam feiern konnten. In diesem Sinne vielen Dank für die Einladung und herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit ihr beiden! Außerdem durfte EWB einen Stand bei „Das Fest“ in Karlsruhe aufstellen, wie im letzten Blogeintrag schon erwähnt, bei dem wir vor allem Kinder mit Fingerfarbe und Baustellenmaterial beglückt haben. Gleichzeitig konnten wir den Eltern unser Projekt näher bringen und somit neue EWB-Anhänger gewinnen. Auch hier vielen Dank an alle Helfer, die tapfer im strömenden Regen gute Laune bewahrt haben! Vor allem aber gab es einen Wechsel an der Spitze unseres Projekts: Moritz hat seine Projektleitung endgültig abgegeben und an Clara übertragen. Vielen, vielen Dank Moritz für deinen langjährigen, anstrengenden, aber sicher auch erfüllenden Einsatz für EWB! Ohne dich wäre das Projekt nie so weit gekommen, wie es heute ist. Du hinterlässt eine große Lücke, aber wir sind uns sicher, dass mit Clara diese Verantwortung in die richtigen Hände übergeben wurde und wünschen ihr viel Erfolg für die zukünftigen Aufgaben!

Dann ging es also los in eine neue Bauphase voller Aufgaben: Nach einer kalten Nacht auf dem Flughafenboden von Paris, kommen wir am nächsten Tag nach einem ruhigen Flug mit ein wenig Verspätung in Port-au-Prince an. Stanley wartet geduldig vor dem Flughafen auf uns, bis wir auch das letzte unserer acht, mit Schrauben und Baumaschinen gefüllten, 23-Kilo-Gepäckstücke vom Gepäckband gezerrt haben. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Stanley und Eric kommen wir nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die Hauptstadt in einem sehr kleinen Auto, in Meva, der Schule unseres Vorgängerprojekts, an. Das erste Prestige und Frittay schmecken in Verbindung mit dem atemberaubenden Ausblick vom Dach der Schule besonders gut. Am nächsten Morgen verhandeln wir mit der Firma über die Baggerleihe und nachdem das Finanzielle geklärt ist, wird uns versichert, der Baggerlader käme am Samstag in Beaumont an.
Auf der Busfahrt am nächsten Tag freuen sich alle darauf, dass es nun endlich auf der Baustelle losgeht. Der freudige Empfang durch Anke, der Vorsitzenden unseres Projektpartners Pwoje Men Kontre, und den Waisenkindern vor Ort wird gefolgt von einem Mittagessen mit dem Schulleiter Valleur. Wir leben diese Bauphase im Kay Ti Blanc, unweit vom alten Waisenhaus. Noch am gleichen Tag besichtigen wir die Baustelle das erste Mal und bringen unser ganzes Material dorthin. Nach einer kurzen Inventarisierung wird alles in unser Depot eingeräumt. Der Vorschulhof ist in unserer Abwesenheit betoniert worden, ansonsten finden wir das meiste so vor, wie es das letzte Team zurückgelassen hat. Als wir das erste Mal auf die Kleinen in der Aula treffen, ist die Freude beiderseits groß. Wir verstehen in diesem Moment alle, warum wir diese lange Reise auf uns genommen haben.

Am Tag darauf gehen die ersten Arbeiten los. Es gibt noch viel zu tun, bevor der Baggerlader auf der Baustelle eintrifft: die staatliche Wasserleitung wird verlegt, sodass der Bagger bei der Anfahrt der verschiedenen Bereiche nicht darüberfährt. Wir stecken nach kurzen Diskussionen die einzelnen Gebäude ab, führen Wassertests, kleine Reparaturen und Verbesserungen an bereits gebauten Gebäuden durch und zimmern einige Regale, eine Bank und eine neue Latrine für das Kay Ti Blanc.

Als uns schließlich samstags der Fahrer des Tiefladers anruft, und sagt, er stehe mit dem Bagger in Beaumont an der Kreuzung, eilen wir dorthin, um unseren CAT zu sehen. Ein surrealer Anblick bietet sich uns, als der Baggerlader schließlich auf dem Gelände steht. Er ist also wirklich da und ganze vier Wochen lang wird er unser treuer Begleiter sein. Als wir damit das Latrinengelände roden und anfangen das Loch auszuheben, wird uns aber schnell bewusst, dass das Ausheben trotz Baggerlader lange dauern wird. Die großen Felsen, die den ganzen Boden durchziehen, verhindern ein schnelleres Schaufeln. Zum Entfernen der meisten Steine sind Freilegen, Bohren, Hebeln und Tragen von Hand nötig. Manche Dinge bleiben im Leben eben doch immer beim Alten. Zusammen mit der Hilfe von haitianischen Arbeitern schaffen wir die Steine vom Gelände. Trotzdem stellt der Baggerlader selbstverständlich eine enorme Erleichterung dar. Und eine Symbiose aus Mensch und Maschine hat sich im Ingenieurwesen schon oft als erfolgreich herausgestellt. Wir sind aber beruhigt, dass nicht nur wir unter unseren Blasen leiden, sondern auch der Bagger ab und an ächzt und von uns seine Gelenke gefettet bekommen muss.

Wir freuen uns in jedem Fall auf die weitere Bauphase und darauf, dass bald unser Bewehrungsstahl und unser Holz ankommt, sodass wir mit Biegen und Schalung bauen anfangen können. Zusätzlich warten wir auf die Ankunft unseres Containers, der diese Woche im Hafen von Port-au-Prince eingelaufen ist. Über all das berichten wir im nächsten Blogeintrag.

Bis dahin au revoir, liebe Leser, wir halten euch auf dem Laufenden!

Martin, Marcus, Marius, Jonas und Jules

3 Kommentare


  1. Haltet gut durch! Ihr macht das echt klasse! Die Kids werden euch unendlich dankbar sein und ihr werdet sicher noch lange und gerne an diese Zeit zurückerinnern!

    LG aus Karlsruhe von Jules Schwester Caro 😘

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  2. Tolles Engagement von euch allen – Respekt für diese Leistung 👍
    Weiterhin viel Motivation, Energie und Erfolgserlebnisse!

    Viele Grüße aus Kaufbeuren von Ulrike Ebert 👪

    Antworten

  3. Liebe Martin, Marcus, Marius, Jonas und Jules,
    vielen Dank für den ausführlichen und spannenden Bericht. Ihr macht das alle so gut, so durchdacht, so engagiert – danke dafür!
    Herzliche Grüße aus Lahr von Manfred Sickmann

    Antworten

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