Beaumont Studenten bauen Kindern in Haiti eine Zukunft
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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

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Status

Laufend

Begonnen

Dezember 2014

Mitgliederzahl

61

Land

Haiti

Ort

Beaumont

Bauphase 8

Bauphase 8

Im Fokus stand diese Bauphase die Fertigstellung der Kantine, der Beginn des Mammutprojekts Zisterne und zwei neue Klassenräume.

Obwohl der Rohbau der Kantine schon seit Dezember 2018 steht, war sie noch lange nicht einsatzbereit. Für die achte Bauphase waren noch ein überdachter Essensbereich, ein Häuschen für die Gasflaschen und der komplette Innenausbau geplant. Nachdem das erste Team mit Reparaturen und Vermessen der anstehenden Gebäude fertig war, konnten sie sich den Fundamenten des Essensbereichs und Gashäuschens widmen. Die besondere Herausforderung des Essensbereichs war, sechs Stützenfüße millimetergenau in dem Stahlbetonfundament zu verankern, damit diese später die Stützen des Essensbereichs tragen konnten.

Als nächstes stand der Spatenstich der zwei Zisternen an. Dieses Herzstück der Wasserversorgung, das nach Fertigstellung insgesamt bis zu 150 000 Liter Wasser fassen kann, soll zum Großteil im Boden verschwinden. Dafür durften wir uns schon zuvor in Deutschland die Frage stellen, wie man 400 Kubikmeter Erde und Felsbrocken ausgräbt und von dem Schulgelände abtransportiert. Nach vielen Überlegungen haben wir uns für einen 22 Tonnen schweren Bagger entschieden, der diese Aufgabe bewältigen soll. Über die vergangenen Bauphasen haben wir festgestellt, dass trotz noch so genauer Planung nie alles so läuft, wie angenommen. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn so durfte sich Team 8.1 über eine sogar 35 Tonnen schwere Maschine freuen, die das gigantische Loch innerhalb weniger Tage problemlos aushob.

Dabei gab es für uns außer Zuschauen wenig zu tun, deshalb widmeten wir uns anderen offenen Aufgaben. Für das anstehende Gashäuschen stellten wir die für haitianische Häuser typischen Mauersteine her. Diese gossen wir mithilfe lokaler Maurer direkt auf der Baustelle in eine Form und ließen sie anschließend auf dem mittlerweile fertigen Fundament des Essensbereichs trocknen. Nachdem wir unzählige, aus verschiedenen Mischungsentwürfen hergestellte Mauersteine auf Stabilität getestet hatten, konnte die Massenproduktion beginnen.

Mit der Anreise des zweiten Teams Anfang September nahmen wir den Bau des Essensbereichs in Angriff. Ungefähr 1700 Schrauben und Nägel sollten den insgesamt 2,7 Tonnen schweren Holzaufbau am Ende zusammenhalten. Zwei Wochen lang liefen alle Sägen und Akkuschrauber auf Hochtouren, bis wir schließlich die Dachbinder auf die Stützen gehievt und mit Dachlatten verbunden hatten. Die Herausforderung lag aber noch vor uns, da wir das Dach des Essensbereichs mit dem Dach der senkrecht dazu stehenden Kantine verbinden wollten: Nachdem alles mindestens dreimal nachgemessen und mit mehreren Winkeln in verschiedene Richtungen nachgesägt wurde, lernten wir immerhin die Werkzeuge besonders genau kennen.

Parallel dazu ging der Ausbau der Kantine weiter: Frisch- und Abwasserleitungen, sowie Stromkabel wurden verlegt, Regenrinnen und Türrahmen zurechtgesägt und angebracht. Mit einer zusätzlich vor dem Eingang der Kantine betonierten Abflussrinne ist die Oberflächenentwässerung nun sichergestellt. Alle paar Tage durften sich ein paar Teammitglieder mit der Betonage von Betonwaschbecken für den Essensbereich beschäftigen. Dort sollen sich die Kinder die Hände waschen und nach dem Essen ihr Geschirr spülen können. Jeder versuchte diese Aufgabe zu umgehen, da wir bei der Planung das Gewicht klar unterschätzt haben.

 

 

Durch akrobatische Höchstleistungen war nach kurzer Zeit ein Wellblechdach auf dem hölzernen Essensbereich befestigt und nach ein paar Korrekturen, sogar ordentlich abgedichtet. Weiter ging es mit dem Gashäuschen. Dafür probierten wir eine neue Bauweise aus. Auf die Anschlussbewehrung des Fundaments wurden schichtweise Mauersteine aufgefädelt, anschließend mit Beton aufgefüllt und mit Bewehrungsstahl verstärkt. Zwar scheint dies relativ aufwendig für so ein kleines Gebäude, aber Sicherheit geht vor. Anschließend verpassten wir dem Gashäuschen einen Holzaufbau.

Während wir weiterhin an der Kantine beschäftigt waren, fing schon das nächste Projekt an: Weitere Klassenräume sollten her. Da sich an der dafür geplanten Stelle ein steiniger Hang befand, musste mit viel Muskelkraft das Gelände eingeebnet werden und sichergestellt werden, dass der Baugrund dem zukünftigen Gebäude standhält. Dabei leisteten unsere lokalen Helfer große Arbeit und richteten innerhalb kürzester Zeit den Baugrund so her, dass mit den Fundamenten der Klassenräume begonnen werden konnte.

 

 

Doch neben all den Fortschritten machte sich das Team vor Ort nun langsam Sorgen: Das Land wurde immer unruhiger; oft wurde von Straßensperren oder Protesten in der Hauptstadt berichtet. Auch wenn wir selbst nie in eine kritische Situation gekommen sind, haben wir die Stimmung im Land anhand ausbleibender Materiallieferungen und steigenden Lebensmittelpreisen mitbekommen. Nach vielen Gesprächen mit unserer Projektleitung in Deutschland stand fest, dass in dieser Bauphase kein weiteres Team mehr anreisen konnte.

Trotz des früheren Abbruchs der Bauphase, haben die Teams vor Ort viel geleistet und das Projekt ein ganzes Stück weitergebracht. Das alles wäre lange nicht möglich gewesen ohne die ständige Unterstützung unseres Teams aus Deutschland, sowie vielen Haitianern, die sehr viel Herzblut in das Projekt und uns investieren. Ein großes Dankeschön dafür!