Dhuskun Eine Regenrinne für das Dach der Welt
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Status

Laufend

Begonnen

Februar 2019

Mitgliederzahl

20

Land

Nepal

Ort

Dhuskun

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Status

Laufend

Begonnen

Februar 2019

Mitgliederzahl

20

Land

Nepal

Ort

Dhuskun

Hier ist ein weiteres Update aus unserer Reise. Wir berichten über unseren Fortschritt beim Betonieren und unser Leben vor Ort.

Ein Dorfbewohner hat das Fundament Stein für Stein in den Boden geklopft

Die Zusammensetzung unseres Teams in Nepal hat sich verändert. Während die ersten beiden abreisten, erhielten wir frischen Wind durch die Anreise eines weiteren Mitglieds.

Die Arbeit auf den Baustellen, insbesondere bei der Betonage der Wasserentnahmestellen, geht voran. Der Bau der Wasserentnahmestellen erfolgt in mehreren Schritten: als erstes muss das Fundament ausgehoben und der Boden gelevelt werden. Für die Stabilität der Wasserentnahmestellen werden Steine in das Fundament gelegt. Wir durften dabei lernen und mithelfen, wie beispielsweise ein Vater mit seinem Sohn das Fundament Stein für Stein gelegt hat. Obwohl zunächst keine Wasserwaage vorhanden war, wurden die Steine ziemlich präzise nach Augenmaß geradegelegt.

Im zweiten Schritt wird die Schalung, die vorher zurecht gesägt werden muss, aufgebaut und ebenfalls ausgerichtet. Die Seitenwände werden auf eine Höhe von 50 cm betoniert, wodurch sehr hohe Druckkräfte auf die Wand entstehen.

Aus diesem Grund werden seitlich an der Schalung Stützen angebracht, damit die Wände das Gewicht des Betons aufnehmen können. Alternativ zu den Holzstützen haben wir auch Bambus verwendet, das hier in Nepal ein beliebtes Baumaterial ist. Die Fasern des Bambus verlaufen axial, weswegen die Randzone hochelastisch ist und somit höhere Kräfte als Stahl  aufnehmen kann. Die schnellst-wachsende Pflanze weltweit weist ein niedriges Eigengewicht auf und kann gut bearbeitet werden. Da der Durchmesser über die Länge konstant ist, können wir Bambus ideal als Stützen verwenden.

Seitliche Abstützung der Schalung, um Ausbeulungen bei den Taps zu vermeiden

 

Bewehrungen werden fertig zu den Taps gebracht

Weiterhin wird die Bewehrung passend zur Größe der Wasserentnahmestellen gebaut. Hierfür werden die Bewehrungsstangen geflext, gebogen und anschließend nach Plan zusammengebunden. Insgesamt wurden für alle Bewehrungen rund 300 kg Stahl gebraucht. Die fertigen Bewehrungen werden zu den jeweiligen Baustellen transportiert und dort in der Schalung ausgerichtet.

Zum Schluss erfolgt die Betonage, bei der Kies, Sand und Zement mit Wasser vermischt wird. Je nach Größe der Wasserentnahmestellen werden rund fünf bis sieben Kubikmeter Beton benötigt, der in der Schalung verdichtet wird. Da wir uns bereits in der Phase des Prämonsun befinden, fällt es uns schwer die Betonage zu koordinieren. Durch den plötzlich auftretenden, teils monsunartigen Regen müssen die Arbeiten der Betonage zeitweise unterbrochen oder pausiert werden. Der Starkregen hat eine enorme Kraft, wodurch große Straßen ausgewaschen und gefährliche Erdrutsche ausgelöst werden können. Auch bei den Regengüssen benötigt der Beton je nach Temperaturen nur 3-4 Tage, bis die Schalung entfernt werden kann.

Neben der Arbeit auf den Baustellen wurden auch erste Schulungen durchgeführt. Bei der ersten Schulung waren wir insgesamt neun Personen und haben gemeinsam die Aufgabenverteilung und die Verantwortlichkeiten der einzelnen Rollen der verschiedenen Positionen des Water Users Committees (WUC) zusammengetragen und diskutiert. Das WUC ist ein Komitee, welches von den Dorfbewohner*innen selbst gegründet wurde. Es hat eine koordinative und verwaltende Funktion, um das Wasserverteilungssystem zu erhalten.

Zwischen 09.05.- 14.05. finden in Nepal Bundesstaatswahlen statt. Im Jahr 2008 wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und eine neue Verfassung 2015 ins Leben gerufen. Seit diesem Zeitpunkt herrscht in Nepal eine föderale demokratische Republik. Bereits seit ein paar Wochen sind täglich Fahrzeuge mit lauter Musik und Durchsagen zu sehen und auch in der nächsten Stadt Barhabise haben wir eine Demo miterlebt, bei der mehrere hundert Menschen für eine Partei geworben haben. Da in diesem Wahlzeitraum keine Dorfbewohner*innen für gemeinsame Arbeiten verfügbar sind, werden wir die Zeit für uns nutzen und andere Regionen in Nepal ein wenig besser kennenlernen.

Unser Besuch bei ISARD war eine wunderbare Erfahrung

Auch unsere freien Samstage haben wir immer gut nutzen können. So wurden wir von einem unserer nepalesischen Ansprechpartner Bivas der Organisation ISARD (Integrated Self-help Association for Rural Development) zum Abendessen eingeladen. Wir wurden herzlich nach nepalesischer Tradition empfangen. Dabei haben wir einen „tika“ (rotes Mal auf der Stirn) und einen Schal bekommen. Die tika symbolisiert den Segen der Götter und repräsentiert das allsehende und allwissende dritte Auge.

Ziel von ISARD ist die Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen der Dörfer um Barhabise mit dem Schwerpunkt auf Landwirtschaft. Lokale Landwirt*innen sollen durch gezielte Trainings und angepasste Anbaumethoden gestärkt und bei der Vermarktung ihrer Produkte unterstützt werden. Besonders lukrativ gestaltet sich der Anbau von Kaffee, in den wir einen Einblick bekommen haben.  Der Weg von der Kaffeepflanze zur verzehrfertigen Bohne sieht folgendermaßen aus: Die geernteten Kaffeebohnen werden in einer Maschine (vgl. Bild) geschält. Anschließend werden die Bohnen für mehrere Tage in der Sonne getrocknet, bevor sie in einer weiteren Maschine vorgeröstet werden. Erst danach können die Bohnen in einer Rösterei, oder in unserem Fall in einer Pfanne, geröstet werden. Im Anschluss können die Bohnen gemahlen und mit Wasser zu Kaffee aufgegossen werden. Wir hatten das Glück frisch zubereiteten Kaffee trinken zu dürfen und den Unterschied zu den importierten Bohnen zu schmecken.

Neben dem Besuch bei ISARD sind wir auch 90 Minuten in die nächste Stadt, Barhabise, gelaufen. Dort haben wir notwendige Baumaterialien besorgt, konnten aber auch die Küche Nepals weiter kennen lernen. Besonders Samosas (frittierte, mit einem Kartoffel-Kichererbsen-Gemisch gefüllte Teigtaschen) kommen in unserer Reisegruppe sehr gut an. Neben dieser Kräftigung konnten wir uns außerdem durch die Vielfältigkeit an Süßgebäck und süßen Toffees schlemmen.

Die Nationalblüte Rhododendron

Besonders schön finden wir unsere Aufnahme, die wir inzwischen auch im Dorf spüren können. Bei gemeinsamen Bauarbeiten zeigen uns Dorfbewohner*innen die heimischen Pflanzen und insbesondere die Kinder freuen sich über die Begrüßung „Namaste“. Gemeinsam mit ihnen und auch mit unserem Koch haben wir schon das ein oder andere Mal Volleyball gespielt, was uns allen sehr viel Spaß beschwert hat. Außerdem bereiten uns die Kinder regelmäßig eine Freude, indem sie uns verschiedenste Blumen schenken.

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