Hydroélectricité Idjwi Chancen durch Wasserkraft
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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

Inzwischen sind 10 Arbeitstage vergangen. Ein Ende der Baumaßnahmen ist zwar noch lange nicht in Sicht, aber man kann durchaus Fortschritte erkennen und bis auf kleine Ausnahmen sind wir auch noch recht gut im Zeitplan.

Ein kurzes Update über unseren Stand der Arbeit

Der erste Kanalbruch ist bereits vollständig saniert während die Arbeiten am zweiten in den kommenden Tagen abgeschlossen werden dürften. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Ausrichtung, Untergrund und Konstruktion am Fallrohr, haben wir nun bereits 10 von insgesamt 23 Fundamenten für dessen Lagerung gießen können.

Im und rund ums Maschinenhaus hat sich ebenfalls einiges getan. Das Turbinenfundament wurde Anfang der Woche fertiggestellt und befindet sich nun in der Aushärtungsphase. Des Weiteren gehen die Erosionsarbeiten rund ums Maschinenhaus in die letzte Phase und sollten Anfang nächster Woche abgeschlossen sein, während dann der Druckblock betoniert wird. Die entsprechende Bewehrung hierfür ist bereits angefertigt, es mangelt aktuell allerdings noch an einer Bestellung aus Kigali, mit der das passende Rohr geliefert werden soll.

Zudem haben wir am Wochenende Verstärkung durch Johann, Anna, Eva und David erhalten. Neben Unterstützung bei den bisherigen Bauarbeiten übernehmen diese auch die Errichtung der Stromtrasse.

„Kreativitätsförderer“

Dass wir noch recht gut im Zeitplan liegen, hat einiges an Kraft und Arbeit abverlangt. Denn wir werden täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die die Bauarbeiten zu verzögern bedrohen und durch kreative Lösungsansätze gemeistert werden müssen.

Bisherige Verzögerungen sind in erster Linie auf drei Quellen zurück zu führen:

  • Logistik
  • Traktor
  • Mangelnder Strom

Aber schön der Reihe nach: Wir waren es einfach schlichtweg nicht gewohnt, dass jegliche Bestellungen von Material – seien es Holzlatten, Schaufeln oder Meißel – bis zu einer Woche dauern können. Insofern versuchen wir Materialien bei Gelegenheit möglichst mehrfach zu verwenden und Werkzeuge so gut es geht einzuteilen. Falls etwas nicht aufgeht, müssen benötigte Materialien und Werkzeuge gut im Voraus geplant und eingeteilt sein, was bei den hiesigen Bedingungen nicht immer ganz einfach ist. Denn zusätzlich zum organisatorischen Aufwand, den unser Projektpartner Prolasa für die Bestellungen vom Festland oder vom Markt in Bugarula betreiben muss, können die bestellten Dinge auch nicht einfach per Auto oder Traktor an die Baustelle gebracht werden, sondern müssen allesamt von den Arbeitern (und uns) hochgetragen werden.

Aber weshalb denn überhaupt? Sowohl das Maschinenhaus als auch die Bauarbeiten am Fallrohr und Kanal sind nicht an eine Straße angeschlossen. Aufgrund der großen Mengen benötigter Baumaterialien wie Zement oder Kies haben wir bereits gemeinsam mit Prolasa versucht, einen Weg für den Traktor frei zu machen. Allerdings sind die Steigungen teilweise zu steil und die Erde zu rutschig (zumindest für das Profil der Traktorreifen). Eine großräumige Befestigung, damit der Traktor die Strecke tatsächlich schafft, würde zu aufwändig werden. Somit haben wir uns schließlich entschieden, das Material über Träger an die Baustelle bringen zu lassen. Nur ist auch hier die Menge der limitierende Faktor. Die Träger lassen sich zwar recht schnell finden, aber die Suche nach Kies in geeigneter Größe und Menge für die Betonierarbeiten braucht ebenfalls etwas Zeit.

Die Dritte Verzögerungsquelle ist mangelnder Strom. Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, haben wir auf der Baustelle keinen Strom. Insofern können lediglich akkubetriebene Schrauber und Bohrer verwendet werden, im Dauereinsatz hält das aber nie lange durch, sodass stetige Akkuwechsel und Ladesessions im Guesthouse unumgänglich sind. In den letzten Tagen sind dann noch Probleme beim bestehenden Wasserkraftwerk (Maschinenhaus 1) aufgetreten, sodass nur selten Strom über Dieselgeneratoren vorhanden war und die elektrischen Geräte somit nicht einsetzbar waren. Für Flex- und Schweißarbeiten, bei denen eine Stromversorgung unumgänglich ist, wurde bereits für zwei Tage unter großen Anstrengungen ein Dieselgenerator ins Maschinenhaus getragen. Da dieser nun allerdings für die Reparatur des ersten Maschinenhauses benötigt wird, ist er gestern gleich weiter getragen worden.

Aber damit genug der Klagen. Schließlich können wir uns aktuell wirklich nicht beschweren – wir werden mit exzellentem Essen versorgt, können (müssen) uns bei 25°C in der Sonne bräunen und die Stimmung auf der Baustelle ist sehr gut. Auch wenn nicht alle Arbeiter französisch sprechen (wir ebenfalls nicht alle), kann man sich jederzeit verständigen und mit der richtigen Musik bleibt auch bei eintönigen Arbeiten die Atmosphäre angenehm.

Bisher hatten wir kaum Arbeitsunfälle zu beklagen. Zum einen mag das an unserer mitgebrachten Schutzausrüstung in Form von Handschuhen, diversen Schutzbrillen und Arbeitskleidung liegen, zum anderen, dass wir jederzeit versuchen, die Sicherheitsstandards auf der Baustelle hoch zu halten – höher, als die Arbeiter oft wollen.

Falls doch etwas schief gehen sollte, haben wir mit diversen Erste-Hilfe-Sets vorgesorgt. Diese haben wir unter anderem auch an Mitarbeiter des Campus und der Kaffeeverarbeitung verteilt.

Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, denn an Ereignissen hat es in der vergangenen Woche definitiv nicht gemangelt. Aber es wird auch noch viel passieren und darauf sind wir alle sehr gespannt!

 

In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende!

 

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