Hydroélectricité Idjwi Chancen durch Wasserkraft
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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

Beim Bau der Stromtrasse stellt uns das Gewicht der Komponenten immer wieder vor große Herausforderungen. 600kg Kabeltrommeln, 400kg Holzmasten – da wir uns einen sehnlich erwünschten Kran leider nicht herzaubern können, sind kreative Lösungen und viel Muskelkraft gefragt.

Nachdem wir euch letzte Woche von einer Reise nach Idjwi berichtet haben, möchten wir euch nun ein bisschen mehr vom Baufortschritt erzählen. Auf unseren verschiedenen Teilbaustellen ging es deutlich voran.

Für die etwa 700m lange Stromtrasse zwischen Maschinenhaus und Industriecampus wurden nun alle 15 Löcher für die Masten – trotz teilweise steinigem Untergrund – fertig ausgehoben. Dazu kamen 10 Löcher auf dem Verteilnetz des Industriecampus.

Vor eine große Herausforderung wurden wir gestellt, als ein Boot mit der Lieferung der Freileitungskabel anlegte. Darin befanden sich 5 Kabeltrommeln, davon die schwerste mit einem ungefähren Gewicht von 600kg. Einen Kran oder anderes schweres Gerät haben wir hier nicht zur Verfügung. Rausheben? Unmöglich. Also bauten wir zunächst eine eigene provisorische Kabeltrommel und zwei Kabeltrommel-Abrollgestelle. Im Boot wurden die Kabeltrommeln zunächst mit viel Manneskraft, dem Hebelgesetz und der schiefen Ebene angehoben und mit einem Metallrohr auf die Querstreben des Boots gelegt. Für die schwerste der Kabeltrommeln musste dabei das Boot sogar ein wenig demontiert werden.

Im nächsten Schritt wurde das Kabel nun auf die provisorische Kabeltrommel auf dem Steg umgerollt. Daraufhin konnten wir die nun leere Kabeltrommel auf den Steg heben und mit unserem zweiten Abrollgestell das Kabel von der provisorischen auf die ursprüngliche Kabeltrommel wieder zurückrollen. Zwei Tage, zwei Nachtschichten, viele Liter Schweiß sowie einige heisere Stimmen später waren alle Kabelrollen endlich sicher an Land.

Nach diesem Intermezzo konnten die Arbeiten an den Masten nun weitergehen. Doch schon wieder stellt uns das schwere Gewicht von bis zu 400kg vor eine Herausforderung: Wie transportiert man diese nun hunderte Meter über bergiges und unwegsames Gelände? Ganz zu schweigen davon, wie man sie letztendlich aufstellt. Nach vielem Kopfzerbrechen durften wir feststellen, dass das hier ganz einfach mit vielen Männern, kongolesischer Tragetechnik und Motivationsrufen funktioniert. Es dauert zwar lange, es muss oft abgesetzt und Pause gemacht werden, aber schließlich findet jeder Mast sein Ziel.

Bei dem Mastaufstellen wäre reine Muskelkraft für die Leichteren noch eine Option gewesen, für die Schwereren erschien es uns vor allem auch aus Sicherheitsaspekten unmöglich. Da uns auch hier ein Kran fehlt, entwarfen wir zumindest eine etwas ähnliche Konstruktion aus Stahlprofilen. Diese wird zunächst per Hand aufgerichtet und mit Stahlseilen abgespannt. Über eine Umlenkrolle daran wird der Mast mit einem Stahlseil befestigt. Das Stahlseil wird dann solange mit einer Seilwinde gezogen, bis der Mast, unterstützt von einem Mastabgleiter in das Loch hineinrutscht. Der Prozess hat den Vorteil, dass beim Aufrichten keine Personen unterhalb des Mastes stehen müssen – sollte also etwas schiefgehen würde er höchstens auf die Erde donnern. Mit Seilen wird der Mast ausgerichtet, das Loch mit Erde wieder aufgefüllt und mit selbstgebauten Stampfgeräten verdichtet. Besonderen Dank schulden wir an dieser Stelle unseren kräftigen und stets motivierten kongolesischen Mitarbeitern und dem Schweißer des Industriecampus Andre, der den Bau unserer Werkzeugkonstruktionen möglich machte.

Neben den langen Baustellentagen bekommen wir dennoch ein wenig vom sonstigen Geschehen hier mit. Zuletzt gab es bei der auf dem Campus ansässigen Kaffeekooperative CPNCK eine große Kaffeeernte, die in Säcke verpackt und in ein Boot verladen wurde. Am heutigen Samstag besuchten wir den Gottesdienst im Rohbau der zukünftigen Pharmazie auf dem Campus. Dieser wurde extra für uns bilingual – in der Lokalsprache Kihavu und in Französisch abgehalten.

Da sich letzte Woche die wasserbaulichen Maßnahmen dem Ende neigten und die Abreise von Christina und Jakob bevorstand, veranstalten wir ein Dankes- und Abschiedsessen mit unseren Bauarbeitern, bei dem viel gelacht und auch ein wenig getanzt wurde. Was genau beim Wasserbau passiert ist, erfahrt ihr dann im nächsten Blogeintrag…

Viele Grüße aus Idjwi,

Anna, Eva, Kati, Matthias, Antoine, Johann, Johannes und David

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