Hydroélectricité Idjwi Chancen durch Wasserkraft
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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

Das letzte EWB Team ist nach Abschluss der Bauarbeiten wieder in Karlsruhe angekommen. Heute lest ihr, was in den letzten Wochen alles geschafft wurde und wie wir unseren Abschied auf Ijdwi erlebten.

Lange war nichts mehr zu hören vom Team auf Idjwi. Den Grund dafür wird jeder, der Deadlines und Ablaufpläne kennt, nachvollziehen können: Erstere kommen immer zu schnell und Zweitere sind immer eine Nummer zu knapp. Mit anderen Worten: Die letzten Wochen waren extrem stressig und das Blogschreiben ist dabei etwas in den Hintergrund geraten. Mit kleinem Team ging es darum unsere Baustelle abzuschließen und an die Fachkräfte unseres Projektpartners zu übergeben.

Was seit dem letzten Blogeintrag passiert ist? Eine ganze Menge:

Zum Einen wurde das Wasserkraftwerk fertiggestellt und getestet. Dafür musste zunächst der Generator in das neue Maschinenhaus transportiert werden. Eine Aufgabe, die uns zuvor lange Kopfzerbrechen bereitet hat: 860 Kilogramm Stahl und Kupfer ohne schweres Gerät über kleine Pfade mehrere Kilometer zu bewegen erschien uns kaum möglich. Unsere Projektpartner nahmen sich der Herausforderung an: Mit der Muskelkraft von 20 Arbeitern und auf einigen Strecken mit einem Traktor als “Zugpferd” fand der Generator schließlich zu seinem Platz auf dem neugebauten Gestell im Maschinenhaus.

Trotzdem hat sich die Erstinbetriebnahme des Maschinenhauses aufgrund falscher und fehlender Materialien immer weiter herausgezögert. Eine Woche später war dann auch das letzte Loch gebohrt und die letzte Schraube vor Ort: Der Test konnte endlich beginnen. Als zum ersten Mal Wasser durch das Rohr lief, die Turbine sich drehte, als die Keilriemen die Generatorwelle antrieben und die Anzeige des Schaltschrankes aufleuchtete, wurde uns klar, wie viel wir schon erreicht hatten. Was wäre aber ein Erfolg ohne ein Wehrmutstropfen: Die erhoffte Leistung wurde noch nicht erreicht. Der Grund dafür war für uns zunächst nicht ersichtlich. Glücklicherweise haben Josephat und André – die Techniker unseres Projektpartners – einige Erfahrung mit Wasserkraftwerken dieser Art und so begannen wir gemeinsam mit der Fehlersuche. Durch Anpassungen am Wassereinlass der Turbine und am Spannungsregler des Generators konnten die Ergebnisse verbessert werden. Trotzdem wird noch einige Arbeit an der Turbine nötig sein um das ursprüngliche Ziel, die vorhandene Anlage industriell nutzbar zu machen, zu erreichen.

Eine weitere große Baustelle lief parallel dazu weiter: Nachdem alle Trassenmasten aufgestellt und die Befestigungshaken montiert waren, konnte die Leiterinstallation beginnen. Aufgrund des kleinen EWB Teams mussten wir uns immer mehr auf unseren lokalen Vorarbeiter Patrick verlassen. Das stelle sich im Nachhinein als Glücksfall heraus, weil er das Team von 25 Arbeitern hervorragend koordinieren konnte. Nach einer Woche harter Arbeit war es dann geschafft. Die neue Freileitung war montiert und der letzte große Meilenstein dieser Bauphase abgeschlossen.

Bis zu unserem letzten Baustellentag wurde mit viel Energie an der Elektrik gearbeitet. Nach dem Zusammenbau der Schaltschränke wurden diese auf dem Campus und im Verteilhaus aufgestellt. Der Anschluss an die Freileitungen und die Installation der Hausanschlüsse wurde begonnen und wird durch die Ingenieure unserer Projektpartner in den nächsten Wochen fertiggestellt.

Am vergangenen Mittwoch war dann der letzte Tag unserer mehr als zweimonatigen Bauphase erreicht. Insgesamt waren 20 EWBler auf Idjwi und bis zu 140 lokale Arbeiter auf der Baustelle. Es wurden 15 Tonnen Zement verarbeitet, 10 Tonnen Holzmasten transportiert und aufgestellt und 2,5 Tonnen Kabel installiert. Die Zahlen alleine lassen erahnen welch ein Kraftakt hinter dieser Bauphase steht. Zum einen für die vielen lokalen Arbeiter, die mit unglaublicher Motivation das Projekt vorantrieben. Zum anderen für unser Team, für das die Bauphase der unvermeidbare Sprung ins kalte Wasser war. Dadurch haben wir aber umso mehr lernen können – bei der Arbeit mit unseren kongolesischen und ruandischen Partnern, voneinander innerhalb unseres Teams und durch die tägliche Herausforderung auf der Baustelle.

Was bleibt ist eine tiefe Dankbarkeit für die Gastfreundschaft unserer Partner und der Menschen auf Idjwi, denen wir durch die wochenlange gemeinsame Arbeit näher gekommen sind. Der etwas wehmütige Abschied von Idjwi wurde begleitet von der Freude und dem Stolz auf das Erreichte und die gute und lehrreiche Zusammenarbeit mit den Partnern.

Bei der offiziellen Verabschiedungszeremonie mit  PROLASA am letzten Tag unseres Aufenthalts wurde klar, dass unsere Projektpartner eine ähnlich positive Sicht auf die letzten Monate haben. Vom Arzt des PROLASA Krankenhauses, über das Küchenteam, die Angestellten bei PROLASAs Waisenheim “Patmos” bis zu den Vorarbeitern und Technikern – alle waren gekommen und bereiteten uns einen warmherzigen Abschied mit Reden, gemeinsamem Essen, Gesang und Tanz.

Nachdem das letzte Team wieder in Deutschland angekommen ist geht dort die Arbeit weiter: Die technische Dokumentation und der Wartungsplan muss geschrieben und die vielen Erfahrungen der Bauphase festgehalten werden. Wir werden unsere Projektpartner beim Abschluss offener Arbeiten so gut es geht aus der Ferne unterstützen und bei Fragen und Problemen zur Verfügung stehen. Wir sind gespannt auf neue Teammitglieder, die wir mit unserer Begeisterung für Idjwi und dieses Projekt anstecken können und wollen gemeinsam überlegen, wie es in den nächsten Monaten und Jahren für uns auf Idjwi weitergehen kann.

Liebe Grüße von Anna, Solveig, Antoine und Johann

1 Kommentar


  1. Bravo! Ich danke sehr mit ganz Herz im Name meine Volk von Idjwi Insel! Es lebt Deutschland, es lebt WEB, Danke!
    God segnet euch Alle!

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