Hydroélectricité Idjwi Chancen durch Wasserkraft
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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

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Status

Laufend

Begonnen

November 2015

Mitgliederzahl

30

Land

DR Kongo

Ort

Bugarula (Insel Idjwi)

Phase 1

Projektphase 1: Strom industriell nutzbar machen

PROLASA hat mit dem Bau der beiden hintereinanderliegenden Wasserkraftwerke viel geleistet. Das obere der beiden Kraftwerke ist bereits seit 2013 in Betrieb und liefert Strom für Licht und zum Laden von Handys und Laptops. Einige Probleme sorgen jedoch dafür, dass der Strom nicht – wie ursprünglich vorgesehen – industriell genutzt werden kann, also zum Betrieb von Maschinen, Werkzeugen und anderen größeren Geräten.

Skizze der bestehenden Wasserkraftwerke

Ein Grund dafür ist die rund 1,3 Kilometer lange Stromtrasse zwischen dem oberen Maschinenhaus und dem Industrie-Campus. Mit Niederspannung (230 V) wird der Strom durch verhältnismäßig dünne Kabel geleitet, in denen bei Nutzung von großen Verbrauchern aufgrund dessen Länge ein beträchtlicher Teil der Spannung abfällt. Maschinen, wie sie in der Metallwerkstatt oder der Kaffeefabrik genutzt werden, funktionieren nicht richtig. Weiterhin funktioniert die Spannungs- und Frequenzregelung nicht ordnungsgemäß, was ebenfalls zu Problemen bei Nutzung von Maschinen führt. Unbefestigte Kanalabschnitte sorgen dafür, dass Sand und Steinchen im Wasser mitgetragen werden, die auf lange Sicht zur Beschädigung der Turbine führen können.

Zusammen mit unseren Projektpartnern haben wir uns daher den Herausforderungen gewidmet, eine zuverlässige, langlebige und sichere Stromversorgung herzustellen und die genannten Probleme zu lösen.

Die Phase 1 wurde nun in der Bauphase im letzten Jahr angegangen und erfolgreich umgesetzt.
Das zweite Kraftwerk wurde instandgesetzt und in Betrieb genommen. Das zugehörige untere Maschinenhaus befand sich näher am PROLASA Campus und überzeugte durch eine solidere Bauweise, als das zuvor aktive obere Maschinenhaus. Außerdem verfügte es bereits über eine Banki-Turbine und einen bereits angeschafften 250 kVA Synchrongenerator, welche für die erste Bauphase übergangsweise verwendet werden kann.

Auf der rund 800 Meter langen gebauten Übertragungsstrecke ab dem unteren Maschinenhaus setzten wir auf isolierte 3×95 mm² Alu-Freileitungen und eine neue, stabilere Trasse aus dicken Holz-Masten. Am Ende der Strecke, am Rande des Industrie-Campus von PROLASA, folgt eine Verteilstation, von wo aus strahlenförmig die einzelnen Betriebe versorgt werden.

Standort der neuen Trasse vom Kraftwerk (Mitte unten) zum Industriecampus (rechts hinten)

Neben den Maßnahmen an Maschinenhaus und Trasse waren verschiedene wasserbauliche Verbesserungen notwendig. Diese beinhalteten das Ausbessern des teilweise beschädigten Zulaufkanals mit Stahlbeton und den Bau eines neuen Auffangbeckens für Sand. Um das Fallrohr langfristig vor mechanischer Belastung und den Auswirkungen der Erosion zu schützen, wurde dieses stellenweise auf neu angelegten Fundamentblöcken gelagert und der Verlauf begradigt. Außerdem wurde kurz vor dem Maschinenhaus ein Druckblock angebracht, welcher die Lasten aus dem Fallrohr aufnimmt und so die Turbine entlasten soll. Zusätzlich werden Maßnahmen gegen Erosion getroffen, wie beispielsweise die Aufforstung von tiefwurzelnden Pflanzen und Bäumen am Hang neben dem Fallrohr.

Alle verwendeten Komponenten und Baumaterialien wurden in den am Kivusee liegenden Großstädten Goma und Bukavu, sowie im naheliegenden Ruanda bestellt. Baupläne, Schaltpläne und Materiallisten wurden in engem Kontakt mit den Projektpartnern und deren Technikern erarbeitet und zusammen mit benötigten Büchern und Anleitungen in französischer oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt. Vor der Inbetriebnahme sind wir Wartungspläne durchgangen und haben mögliche Fehlerfälle durchgespielt, damit die Anlage über lange Zeit hinweg eigenständig von den Projektpartnern betrieben werden kann.