Iyolwa – Water & Health Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Das Coronavirus macht auch vor der EWB-Arbeit nicht Halt und seit letzter Woche sind unsere Reisenden Tobi und Rebecca wieder heil in Deutschland angekommen. Wie es dazu kam und wie die Lage vor Ort war, erfahrt ihr in diesem Blogeintrag.

Iyolwa, Uganda

Unsere erste Woche in Uganda begann voller Spannung, die Baustelle endlich eröffnen zu können. Um wirklich anzufangen, fehlte noch einiges an Werkzeug und Material. Deshalb machten wir uns auf den Weg in das etwa 20km entfernte Tororo, um dort nach Kellen, Spachtel, Schaufeln und Schubkarren Ausschau zu halten und arrangierten einen Transport, um den Zement für Putz und Estrich zur Schule zu bekommen. Am nächsten Tag konnte es dann endlich losgehen. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde begannen wir zunächst den Boden abzusanden, um uns über den einwandfreien Zustand der Fundamente und der Bodenplatte zu vergewissern. Während die ersten Arbeiter schon damit anfingen außen die Stützen, den Ringanker und den Sockel zu verputzen, waren andere noch mit Vorbereitungen wie dem Bau von Leitern und Böcken und dem Zusammenschrauben von Schubkarren beschäftigt.

Der Ausbau selbst lief in den nächsten Tagen reibungslos, nur die Nachrichten aus Deutschland sorgten immer wieder für eine eher beunruhigende Stimmung. Die ugandische Regierung beschloss eine Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Deutschland und schnell wurde klar, dass der Rest des Teams nicht nachkommen konnte.

Bei verschiedenen Überlegungen, wie wir die Krankenstation in sechs Wochen übergeben können wurde offensichtlich, dass die Wassertechnik besonders wichtig war. Daher war nun das Ausmessen der Rohrgräben und der Löcher für Soak Pit und Septic Tank die höchste Priorität. Bei einem Soak Pit handelt es sich um eine Versickerungsgrube für das Grauwasser aus Duschen und Waschbecken. Dafür wird ein etwa 3 Meter tiefes Loch ausgehoben und die Erde durch ein Filtermauerwerk befestigt, mit Kies gefüllt und abgedeckt. Der Septic Tank ist ein Auffangbehälter für das Schwarzwasser aus den Toiletten, welcher etwa 6000l fassen soll. Der Aushub zweier so großer Löcher sollte bei dem festen, steinigen Lehmboden etwa eine Woche dauern. Zeitgleich mit dem Aushub begann auch der örtliche Elektriker Moses unsere Krankenstation an das öffentliche Stromnetz anzuschließen und zwei Fensterbauer begannen mit dem Einbau. Die erste Baustellenwoche war geschafft!

Am Sonntag sollten sich aber alle Pläne dann ändern. Die Lage bezüglich Corona in Europa spitzte sich merklich zu und auch hier fingen die Menschen an darüber zu reden, obwohl Uganda soweit von Corona verschont blieb. Straßenprediger riefen „Ihr müsst nur an Gott glauben, dann kann das Virus euch nichts anhaben“. Verkäufer fragten „Und ihr wollt wirklich wieder zurück?“ und der ein oder andere rief uns „Stay away – Coronavirus“ hinterher. Nach einigen Telefonaten und der Reisewarnung des Auswärtigen Amts steht fest: Wir sollten die Reise abbrechen.

Der Montag sollte vorerst unser letzter Baustellentag werden. Moses installierte die Steckdosen und beendete den Anschluss an das Stromnetz, die letzten Türen wurden eingebaut. Jackson und die anderen Arbeiter sollten in den nächsten Tagen noch den Putz um die Fenster und an den Innenwänden fertig machen.

Noch ein letztes Mal Chapati mit Honig und Banane (eine wohl eher außergewöhnliche Kombination, wie wir gelernt haben isst man das pfannkuchenähnliche Fladenbrot üblicherweise eher salzig mit Zwiebeln und Ei oder mit Linsen). Dann ging es schon wieder los in Richtung Flughafen. Wir verabschiedeten uns – das Taxi wartete schon. Goodbye St. Francis, goodbye Iyolwa Road, es war schön. Durch das Fenster sah man wieder Affen, die dichten Wälder wechselten sich mit Feldern ab. In Entebbe blieb noch etwas Zeit Affen im Park und Marabus am Viktoriasee zu beobachten, bevor es zum Flughafen ging. Die Heimreise verlief reibungslos und trotz der vielen gecancelten Flüge landeten wir pünktlich in Frankfurt.

 

Währenddessen in Deutschland…

Bereits einen Tag nachdem Tobi und Rebecca nach Uganda geflogen waren, verschärfte die ugandische Regierung die Einreisebedingung mit der Bedingung, sich erstmal zwei Wochen in Quarantäne zu begeben, nachdem man in Uganda gelandet war. Diese Regelung hätte also auf jeden Fall für das zweite Reiseteam, bestehend aus Miriam und Katharina gegolten. Da das Coronavirus vor keiner Landesgrenze Halt macht und es vor allem das Risiko auszuschließen galt, dass unsere Teammitglieder das Virus nach Uganda bringen und somit Einheimische anstecken. Somit wurde die Reise des zweiten Teams schon ca. vor zwei Wochen abgesagt. Zum Zeitpunkt der Entscheidung gab es in Uganda noch keinen nachgewiesenen Coronafall, in den Nachbarländern allerdings schon.

Nachdem sich dann stündlich die Maßnahmen in Europa änderten, Grenzen geschlossen und unzählige Flüge gestrichen wurden, waren wir dazu veranlasst an einen Reiseabbruch zu denken und die zwei in Uganda verbliebenen Reisenden frühzeitig zurückzuholen.

Nach intensiver Recherche über das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Uganda, aktueller Nachrichten sowie Erfahrungen mit Reiseabbrüchen innerhalb des Vereins, konnten wir uns eine Meinung bilden und kamen zusammen mit Tobi und Rebecca sowie dem Vorstandsteam zur Entscheidung, die beiden so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückzuholen. Die Sicherheit der EWBler hat höchste Priorität, weshalb die Reise schnellstmöglich unterbrochen werden musste.

Seit Sonntag steht der Flugverkehr in Entebbe still. Kein Flieger landet oder startet mehr in Uganda und die Regierung hat beschlossen alle Landesgrenzen zu schließen. Zudem registrierte das ugandische Gesundheitsministerium am vergangenen Wochenende den ersten Coronafall im Land. Wir werden die Lage im Land weiterverfolgen und uns über die Auswirkungen bei unserem Projektpartner Father Robert erkundigen.

Die Projektarbeit in Deutschland beschränkt sich aktuell wie die meisten Dinge auf Zuhause, das heißt aber nicht, dass sie stillsteht. Wir entdecken neue Möglichkeiten, bedienen uns verschiedener Onlinetools für gemeinsames Arbeiten und machen das Beste aus der Situation.

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