Iyolwa – Water & Sanitation Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Nach nur 3 1/2 Monaten ist es wieder soweit. Mit Fabi, Elena, Philip und Henrique sitzen erneut vier EWB-Mitglieder im Flugzeug nach Entebbe. Sie werden in den nächsten Wochen unsere Arbeit in Iyolwa fortsetzen und Grundsteine für ein Nachfolgeprojekt legen. Wie gewohnt werden sie auch in dieser Zeit wieder regelmäßig von ihrer Arbeit und Erlebnissen vor Ort berichten.

Am Ende der letzten großen Umsetzungsphase im Herbst 2017 waren die frisch gemauerten Zisternen noch zu feucht zum Verputzen. Daher musste die letzte Reisegruppe vor ihrem Abflug Mitte Dezember improvisieren um zumindest ein funktionierendes System vorläufig übergeben zu können. Dafür wurden zwei provisorische Tanks mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern statt der geplanten 80.000 Liter in den gemauerten Zisternen als Provisorium in Betrieb genommen. Da die Region mit langen Stromausfällen zu kämpfen hatte, konnte nur selten eine aktive Trocknung mit Ventilatoren und Heizlüftern durchgeführt. Inzwischen sind laut den Messungen von Brother Leo, der den Trocknungsprozess betreut hat, die Zisternen zum Verputzen bereit. Wir hoffen also, dass die Frühjahrsreisegruppe gleich nach ihrer Ankunft in Iyolwa mit der ersten von insgesamt drei Putzschichten beginnen kann.

Eine weitere große Aufgabe auf dieser Reise ist die Evaluierung der bisherigen Projekte sowie der Erkundung für mögliche Folgeprojekte. In Iyolwa werden die Schüler und Lehrer der Secondary School zu den vergangenen Projekten befragt, es geht um die Nutzung der Trockentrenntoiletten und die Qualität des Trinkwassers aus den Zisternen, dann werden wir Workshops mit den Schülern und Schülerinnen zum Thema Biosandfilter veranstalten. In den letzten Jahren haben sich in der Umgebung von Iyolwa viele interessante Kontakte ergeben. Wir wollen die Zeit auf der Frühjahrsreise nutzen, um einige Organisationen zu besuchen und ihre Arbeit besser kennenzulernen. Dabei werden wir Ausschau nach Projekten halten, die zu uns passen und aus denen sich eine Idee für ein sinnvolles Nachfolgeprojekt ergeben könnte.

Während in Iyolwa die Fertigstellung des alten Projekts vorangeht und die Suche nach einem neuen Projekt anlaufen, werden ab Mitte März  zwei Mitglieder auf die Suche nach einem neuen Auto gehen, denn unser alter Toyota Hilux kann keinen sicheren Transport mehr gewährleisten. Vor eine besondere Herausforderung stellt uns dabei, dass der Hilux älter und länger EWB-Mitglied ist, als alle aktiven Projektmitglieder. Durch monatelange Recherche wurde nun der Grundstein für die Rahmenbedingungen eines (Ver-)Kaufs des Autos erarbeitet und kann hoffentlich erfolgreich umgesetzt werden.

Erster Bericht der Reisenden

Mit „Welcome to Uganda“ begrüßte der Zollbeamte die Reisegruppe bei der Einreise am Flughafen. Elena, Philip, Henrique und Fabian schnupperten zum ersten Mal die feuchte und staubige Luft Ugandas. Nach einer zweistündigen Fahrt von unserem Fahrer David erreichten wir unserer Unterkunft nahe Kampala. Direkt nach unserer Ankunft musste die Batteriesäure gewechselt werden, da das Auto nicht mehr ansprang. Am Nachmittag folgte ein Treffen mit einem Ingenieur, der uns ein wenig über den Automarkt in Uganda beriet und Ratschläge über den Verkauf des Autos gab. Tags darauf hatten wir erneut Probleme mit dem Auto, denn trotz der Reparatur der Batterie wollte das Auto nicht starten. Mit versammelter Mannschaft schoben wir den Hilux erneut den Hang herunter und konnten den Motor zum Laufen bringen.

Während Philip und Elena auf dem Weg nach Iyolwa waren, begannen Fabian und Henrique mit der Projektnachbetreuung in Ssama und der Erkundung. Ziel dieser Erkundungsreise ist es, mögliche Folgeprojekte für unsere Projektgruppe zu finden. Zudem werden Herangehensweisen für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit mit anderen NGOs ausgetauscht. Ideal wären Gemeinden oder Projektstandorte, die bereits selbstständig Probleme erkennen, die durch technische Unterstützung gelöst werden können. Wir besuchten das Kitega Community Center östlich von Kampala. Deren Hauptbeschäftigung ist die Betreuung von Kinder mit Behinderungen und die Inklusion in der Gemeinde. Den Kindern wird unter anderem das Lesen und Schreiben, das Kochen und das Flechten von Körben beigebracht, sodass sie im familiären Kreis Aufgaben abnehmen und somit zum aktiven Teil der Kommune werden. Wir konnten beobachten, dass diese Arbeit positive soziale Auswirkungen auf die Kommune hat, davon ausgegangen, dass diese Kinder vor dieser Initiative von den eigenen Familien vernachlässigt wurden, da deren Zustand oft von Familienmitgliedern in Verbindung mit bösen Geistern gebracht wurde.

Über das Wochenende besuchten wir unseren ehemaligen Projektpartner Edward Ssonko, der die NGO Nayofa gegründet hat. Als einheimischer Pfarrer führt er unterschiedlichste Programme in der Gegend um Kamengo durch. Hier kooperiert er mit lokalen „Verantwortungspersonen“, denen wiederum zehn Bewohner unterstellt sind. In den Gruppen wird gemeinschaftlich Getreide angepflanzt oder Fischzucht betreiben. Durch ein Getreidelager von Nayofa kann beispielsweise Mais bis zu drei Monate gelagert werden und bessere Verkaufspreise am Markt erzielen.
Die Grundschule in Ssama, die Edward ebenfalls betreibt, bekommt immer mehr Zulauf an Schülern. In den kommenden fünf Jahren erwartet er zusätzliche 250 Schüler, sodass die gesamte Anzahl an Kindern auf 600 steigt. Die Klassenräume seien ausreichend, jedoch fehlt es an Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen. Schon jetzt muss während der Trockenzeit teilweise Wasser zugekauft werden.

Unsere 2014 installierte Photovoltaikanlage läuft weiterhin problemlos. Die Biosandfilteranlage zur Wasserversorgung mit Regenwasser ist momentan die einzige Wasserquelle für die Schule und wird daher ständig genutzt. Der neue Hausmeister wurde mit der Wartung und den Wassertests vertraut gemacht. Das Herzblut, das Father Ssonko die letzten 20 Jahre in die Region gesteckt hat, trägt allmählich Früchte. Das Land wird zunehmend bewirtschaftet und Häuser wurden um die Schule gebaut, wo zuvor nur der Busch war.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde auch in Iyolwa mittlerweile mit dem Verputzen begonnen. In der ersten Zisterne wurde die erste Schicht an der Decke angebracht und nun auch mit dem Verputzen der Seitenwände mit eingebrachter Armierung begonnen. Auch die zweite Zisterne ist mittlerweile ausreichend getrocknet das Verputzen konnte gestartet werden.

 

1 Kommentar


  1. Liebe Aktive aus Karlsruhe,
    vor allem lieber Neffe Philip,

    mit großem Interesse und einigem Heimweh nach Ostafrika habe ich Eure bisherigen Eindrücke gelesen.
    Das klingt alles sehr ernsthaft und tiefgehend. Lasst Euch nicht entmutigen, wenn es Rückschritte geben sollte oder Dinge nicht so laufen wie geplant und in Deutschland üblich oder erwartet.
    Genießt auch die schönen Seiten, vor allem die Herzlichkeit der Menschen.

    Ich werde in den nächsten Tagen immer wieder einmal in den Blog schauen, um die Projektfortschritte zu begutachten und von Euren Erlebenissen und Erfahrungen zu lesen.
    Alles Liebe und Gute und viel Schönes und Interessantes in Uganda.

    Peter Schlang

    Antworten

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