Iyolwa – Water & Sanitation Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Aufgrund politischer Unruhen und der Gebote der Händler für unseren Autoverkauf haben wir beschlossen Kampala frühzeitig wieder zu verlassen. Zurück in Iyolwa haben wir mit der letzten Putzschicht in den Zisternen begonnen.

Autoverkauf in Kampala

Wie im letzten Bericht geschrieben, sind wir letzten Sonntag nach Kampala gefahren und über die drei Tage könnten wir wohl einen eigenen Blog verfassen.

Da wir bereits um 14 Uhr angekommen sind, haben wir beschlossen direkt zum Auto zu fahren, um uns den aktuellen Zustand anzuschauen. Dort angekommen haben wir gesehen, dass die Batterie leer ist und sich der Motor nicht starten lässt. Zwei „Mechaniker“ aus der Umgebung haben die Batterie überbrückt und nachdem wir das Auto angeschoben haben, konnten wir den Motor starten. Wir haben das Auto eine Stunde laufen lassen und sind dann in die Innenstadt gefahren, um in einem Restaurant etwas zu essen. Dies war, wie sich später zeigte ein Fehler.

Im Zentrum angekommen haben wir das Auto geparkt, doch leider hat sich ein Fenster nicht schließen lassen. Bei dem Versuch, es mit den Händen hoch zu schieben, ist die komplette Scheibe schlagartig in tausend Stücke zerbrochen. So standen wir im Zentrum von Kampala und waren die Hauptattraktion der Menschenmenge. Aufgrund der fehlenden Scheibe mussten wir unseren Plan vom Essen gehen wieder verwerfen und uns blieb nichts anderes übrig, als wieder zurückfahren. Blöderweise ließ sich nun der Motor erneut nicht starten. Doch wir konnten ein paar Leute motivieren uns zu helfen das Auto anzuschieben.

Nun war es allerdings schon so spät, dass wir in den Feierabendverkehr von Kampala gekommen sind und mehr als eine Stunde gebraucht haben, um die 5 km zu fahren. Beim letzten Berg vor unserem Parkplatz hat der Motor dann auf einmal angefangen zu pfeifen und Rauch ist aus der Motorhaube gekommen. Also mussten wir den Motor wieder stoppen. Nach einigen Bemühungen und Anstrengungen haben wir es dann nach ein paar Stunden endlich geschafft das Auto die letzten 500 m zurückzuschieben.

Nach dem anstrengenden Sonntag haben wir uns am nächsten Morgen mit David getroffen, der uns bereits bei der Reparatur des Autos geholfen hat und sich gut mit Autos auskennt. David hat sich das Auto angeschaut und festgestellt, dass der Motor gestern überhitzt war, da nicht genügend Kühlwasser vorhanden war. Zusätzlich müsse die Batterie gewechselt werden. Nachdem wir das Kühlwasser aufgefüllt und alle Ölstände geprüft haben, sind wir mit David in die Stadt gefahren. Hier hat David einige Leute angerufen, die Autos kaufen und wiederverkaufen. Den halben Tag sind wir dann quer durch die Stadt gefahren, um die potentiellen Händler abzuklappern.

Eine Woche zuvor wurde der Oppositionspolitiker Bobby Wine von den Spezialeinheiten des Präsidenten verhaftet. Seitdem kommt es immer wieder zu Demonstrationen. Diese sind nicht ungefährlich, da es mehrfach zu Ausschreitungen gekommen ist und bereits einige Leute verhaftet wurden. Leider sind auch wir während unserer Tour durch Kampala in solche Proteste hinein geraten. Auf einer Hauptstraße haben Leute Autoreifen angezündet und so die komplette Straße gesperrt. In den Seitengassen konnten wir einige Polizisten sehen, die mit Gegengewalt auf die Demonstranten reagiert haben. Nach diesen Ereignissen haben wir beschlossen, nicht weiter durch Kampala zu fahren. Das Ergebnis war ernüchternd. Uns wurde für das Auto nicht einmal die Hälfte von dem geboten was unsere Untergrenze war.

Aufgrund der politischen Unruhen und den Preisen der Händler haben wir beschlossen, Kampala frühzeitig zu verlassen. Wir sind zu einer Autowerkstatt gefahren und haben hier das Auto in Schuss gebracht. Auf dem Rückweg von Kampala sind wir dann noch zur Nilquelle in Jinja gefahren, bevor wir sicher mit unserem Pickup in Iyolwa angekommen sind. Hier werden wir ihn nun immer mal wieder in der nahegelegenen Stadt Tororo abstellen, in der Hoffnung, dass sich neue Interessenten bei uns melden.

 

Baustelle

Am Mittwoch haben wir die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um am Donnerstag mit der letzten Putzschicht in den Zisternen anzufangen. Für den Putz soll nur feiner Sand verwendet werden, den man hier jedoch leider nicht kaufen kann. Deshalb haben wir aus einem Gestell und Drahtresten ein großes Sieb gebaut, mit dem Steine aus dem Sand gesiebt werden können. Mit unseren Arbeitern Opio, Jackson, Donotio und Emma haben wir dann am Donnerstag mit dem Verputzen angefangen. Da Philip in der Frühjahrsreise schon die erste Putzschicht angeleitet hat, lief das ziemlich reibungslos ab und wir mussten eigentlich nur koordinieren, da unsere Arbeiter mit den Mitteln Vorort weitaus besser klarkommen als wir. Auf einer freien Fläche vor den Zisternen wird der Putz auf dem Boden angemischt, mit einer Schubkarre zum Loch gefahren und dort mit einem an einer Schnur festgebundenen Kanister in die Zisterne abgelassen. Da die wasserabdichtende Schicht eine sehr glatte Oberfläche hat, hatten wir bei der letzten Schicht Sand an die Wand gestreut, um die Wand rauer zu machen. An den Stellen an denen gleichmäßig Sand hingestreut wurde, hat der Putz auch gut gehalten, jedoch an den Stellen wo kein Sand war ist er einfach abgefallen. Deshalb kam unser Vorarbeiter Opio auf die Idee erst eine dünne Schicht von etwa 8 mm aufzutragen, was dann auch gut funktioniert hat. An den folgenden anderthalb Tagen wurde dann nochmal verputzt, um die erforderlichen 12-15 mm zu erreichen. Diese wurden mit einer Stahllatte und Glättkellen ebengezogen. Anfang nächster Woche steht dann der Boden an sowie die andere Zisterne zu verputzen, mit der wir voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag fertig sein werden. Auf den Zisternen werden wir anschließend Sitzmöglichkeiten für die Schüler bauen. Da wir beim Verputzen nicht ganz so viel zu tun hatten, konnten wir uns um andere Dinge kümmern, die aktuell nicht ganz so gut laufen. Die Batterie der Solaranlage entlädt sich leider jede Nacht komplett und wir können die Pumpe meist erst ab 11 Uhr laufen lassen. Zudem funktioniert das Überlaufrohr der Entnahmetanks nicht und somit laufen diese mehrmals in der Woche über. Das Problem hierbei könnte sein, dass der Höhenunterschied zu den Zisternen zu gering ist oder das Rohr verstopft ist. Wir werden in den nächsten Wochen diese Probleme weiterhin verfolgen und hoffentlich auch lösen können. Zudem haben wir am Freitag mit unserem Caretaker Oboth Wassertests durchgeführt und sind auf die Ergebnisse gespannt.

 

Schulalltag in Iyolwa

In Uganda verläuft ein Schultag deutlich anders als in Deutschland. Bereits um 4:30 stehen die Schüler auf, bevor von 5 bis 6:30 Uhr die erste Unterrichtsstunde stattfindet. Danach beginnt um 7 Uhr die Morgenmesse mit anschließendem Frühstück. Von 8 Uhr bis 16:30 findet Unterricht statt. Anschließend stehen bis 18 Uhr entweder kleine Arbeiten oder Sport auf dem Programm. Bei dem Sportprogramm sind wir immer gerne dabei und spielen mit den Schülern meist Fußball oder Volleyball. Nach dem Abendgebet um 19 Uhr lernen die Schüler nochmal von 19:30 bis 21:30. Um 22 Uhr geht’s dann wieder ins Bett. Leider konnten wir auch ab und zu sehen, dass Schüler von Lehrern mit einem Stock geschlagen werden. Die Brüder, die hier als Ansprechpartner an der Schule sind und sich den Problemen der Schüler annehmen, finden dies wie wir nicht gut. Mit ihnen reden wir beim gemeinsamen Mittag- und Abendessen über Gott und die Welt. Auf Nachfrage haben wir gesagt bekommen, dass es nicht anders gehen würde. Die Eltern befürworten sowohl das Schlagen als auch das täglich lange Lernen, da sie viel Geld für die Bildung der Schüler ausgeben. Es würde sogar Anrufe geben, wenn die Kinder nicht geschlagen würden.

Da wir Gewalt gegenüber Schülern nicht unterstützen, stimmt uns diese Erfahrung sehr nachdenklich. Wir werden mit dem Projektpartner noch ausführlicher über dieses Thema diskutieren und uns über unsere Rolle und die weitere Zusammenarbeit mit der Schule Gedanken machen. Hier im Blog werden wir dann ausführlich über die Problematik berichten.

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