Iyolwa – Water & Sanitation Unterstützung für ein Schulzentrum in Uganda
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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

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Status

Laufend

Begonnen

April 2015

Mitgliederzahl

30

Land

Uganda

Ort

Iyolwa

Das Wochenende vom 30.11. bis zum 2.12.2018 verbrachten wir zusammen in einer Hütte in der Pfalz, um intensiv an unserem weiteren Vorgehen für die kommende Frühjahrsreise zu arbeiten. Außerdem setzten wir uns wie angekündigt mit dem Thema „Erziehungsmethoden in Uganda“ und unseren Handlungsmöglichkeiten gegen das Schlagen von Schülerinnen und Schüler an unserer Partnerschule auseinander.

Hüttenwochenende in Hauenstein

Am ersten Dezember Wochenende war es wieder soweit: unser gemeinsames Hüttenwochenende in der Pfalz stand an.
Wir haben uns sehr intensiv mit der Projektsuche beschäftigt und werden uns nun bald für ein neues Projekt entscheiden.

Am Freitagnachmittag trudelten nach und nach die meisten der 22 EWBler in Hauenstein ein, nur ein paar vereinzelte Nachzügler kamen erst am Samstag dazu. Währenddessen saßen wir an diversen Kleinprojekten, wie beispielsweise das Überarbeiten von Plakaten, unserer Website und das Auswerten der Sommerreise.

Abends hat uns das Kochteam ein leckeres Curry gezaubert, bevor im Anschluss der ein oder andere Energizer und gemeinsame Spiele zur Stärkung unseres jungen Teams veranstaltet wurden.

 

Am Samstag stand eine intensive Diskussion über das zukünftige Projekt der Gruppe auf dem Plan. Die Basis bildete unsere lange und gründliche Projektsuche, deren Ergebnisse nochmals präsentiert wurden. Vorallem ging es um die Frage, ob wir ein weiteres Projekt auf dem Schulgelände in Iyolwa mit unserem langjährigen Projektpartner realisieren oder mit einem Projekt in der Dorfgemeinschaft aktiv werden. Anschließend wurden Vor- und Nachteile in der Gruppe besprochen und ausführlich diskutiert. Wir kamen zu dem Entschluss, ein weiteres Projekt an der Schule durch zu führen und dabei unsere Kontakte in die Dorfgemeinschaft weiter zu verstärken.

Nach einer kleinen Wanderung zum Nedingfelsen und einer weiteren Arbeitsphase, haben wir den Abend beim Raclette essen ausklingen lassen.

 

Am Sonntagmorgen wurde noch einmal fleißig gearbeitet. Wir haben besprochen nach welchen Kriterien man unsere bisherigen Projekte evaluieren kann und wie wir dies in Zukunft bei unserem neuen Projekt angehen wollen. Anschließend wurde noch fix aufgeräumt und dann ging es zurück nach Karlsruhe.

Nun steht noch einiges an Arbeit an, um die nächste Erkundungsreise vorzubereiten, damit wir im Frühjahr alle nötigen Informationen für die Planung sammeln können.

Erziehung der Kinder in Uganda

Während der vergangenen Reise mussten wir – wie im Blogeintrag vom 27.08.18 beschrieben – bedauerlicherweise feststellen, dass vereinzelt Schülerinnen und Schüler an der Schule in Iyolwa mit Schlägen zurechtgewiesen wurden. Nach einigen Gesprächen mit anderen Europäern in Uganda und Einheimischen stellte sich heraus, dass Schlagen in Uganda leider zu einer weit verbreiteten Erziehungsmethode gehört. Sowohl im familiären Umfeld als auch an der Schule wird ein Fehlverhalten auf diese Weise bestraft. Wir haben erfahren, dass an Universitäten das Thema Erziehung anders betrachtet wird als bei uns und den Lehramtsstudierenden das Schlagen der Kinder als Methode zur Disziplinierung der Schüler gelehrt wird.

Ein Blick in unsere Geschichtsbücher zeigt: Auch in Deutschland war der Rohrstock noch lange fester Bestandteil des Unterrichts. Das Ziel war die Kinder mit Hilfe von Einschüchterung und Angst zum Gehorsam zu erziehen – und das nicht nur in der Schule. In Westdeutschland hob man 1973 das Züchtigungsrecht für Lehrer auf. Erschreckenderweise hat die Bundesregierung erst im Jahr 2000 im BGB festgehalten, dass Kinder das Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Erziehung durch körperliche Züchtigung war also fester Bestandteil unseres Bildungssystems und es hat lange Zeit gedauert, das zu unterbinden. Nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes werden immer noch 14% der Kinder in Deutschland gewaltsam erzogen.[1]

Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie sich das Schlagen an der Schule unseres Projektpartners verhindern lässt. Dazu haben wir Father Thomas, unseren ehemaligen Projektpartner und Koordinator der Schulen des St-Francis-Orden in ganz Ostafrika, hinzugezogen. Thomas hat in Tansania, Indien und Deutschland Theologie und Psychologie studiert. Er setzt sich in Uganda für eine Erziehung nach modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein und setzte ein Verbot der körperlichen Bestrafung der Schüler durch, obwohl sich Eltern darüber bei ihm beschwerten. Nach dem Wechsel der Verantwortlichen haben einige Lehrer leider wieder angefangen, die Schüler wegen ihres Fehlverhaltens körperlich zu bestrafen.
Während des Besuchs von Father Thomas an der St.Francis Secondary School in Iyolwa suchte er das Gespräch mit Father Robert, dem aktuellen Verantwortlichen für die Gemeinde und Schule. Thomas verdeutlichte seine Haltung gegenüber der Problematik und ermutigte Robert, dass er sich nicht dem Willen der Eltern beugen sollte. Deshalb sind wir optimistisch, dass in Zukunft das Schlagen von Schülern an der Schule nicht mehr auftritt. Falls wir keine Veränderung sehen, werden wir überlegen, wie wir weiter vorgehen können.

 

[1] Aus: „Viele Eltern schlagen immer noch zu“, Süddeutsche Zeitung, 22. Mai 2012, 10:53 Uhr

 

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