Lankaponics Aquakultur & Hydroponik
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Status

Laufend

Begonnen

Januar 2017

Mitgliederzahl

35

Land

Sri Lanka

Ort

Padiyatalawa

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Status

Laufend

Begonnen

Januar 2017

Mitgliederzahl

35

Land

Sri Lanka

Ort

Padiyatalawa

Nach der Weihnachtspause melden wir uns mit dem letzten Teil der Erkundungsreise zurück!

Und schon ist die Hälfte unserer vierwöchigen Erkundungsreise Geschichte. Wir nehmen für ein paar Tage Abstand von Padiyathalawa. Der Blick auf das Große und Ganze soll nicht verloren gehen, wir wollen unsere Sinne schärfen, uns unseren Zielen für die verbleibende Zeit bewusst werden. Dafür fahren wir knapp 100 km östlich in Richtung Batticaloa. Die Unterkunft wird natürlich spontan während der Fahrt gesucht – ist ja alles kein Problem, schließlich wir befinden uns außerhalb der Saison. Kurz darauf stehen wir erst einmal vor verschlossenen Türen. Ob hier in den letzten paar Monaten jemand zu Gast war? Ein Anruf später werden wir von einem netten Herrn begrüßt und auf das Gelände gelassen. Ansonsten ist hier fast kein Mensch weit und breit, es sieht so aus, wie man es wohl hätte erwarten sollen Ende Oktober. Uns wiederum hatte man hier ebenfalls nicht erwartet. Warum sollten sich um die Jahreszeit auch sieben weiße Europäer hierher verirren? Also wird improvisiert: Man führt uns über das ganze Areal, wir werden mit Trinkkokosnüssen versorgt, unterhalten uns mit unserem Gegenüber, erzählen ihm von unserem Projekt und bekommen Tipps für Ausflugsziele. Wir haben alle Hunger und fragen daher direkt nach der nächstbesten Gelegenheit. Hauptsache kein Reis mit Curry, denken sich wahrscheinlich die meisten unter uns, denn das gibt es ja sonst schon im Überfluss. Der Koch sei schon auf dem Weg, heißt es dann; der könne spontan Kottu für uns zubereiten, ein Gericht aus gehacktem Roti-Brot und, in unserem Fall, Eiern. Faszinierend, wie problemlos hier alles funktioniert, obwohl wir so spontan und im Prinzip unangekündigt aufgetaucht sind. Wäre bei uns zuhause nicht möglich, kommt es mir in den Kopf. Den Rest der Zeit verbringen wir vor allem damit, die Planung der nächsten Wochen voranzutreiben und das aufzuarbeiten, was wir in den vergangenen zwei Wochen geschafft haben. Schnell merken wir, dass uns noch viel bevorsteht.

Zurück im Projektort, steht vor allem ein Thema im Vordergrund: Die Wasserversorgung unserer Anlage. Die von uns auserkorene Brunnenfirma hat einen ihrer Geologen hergeschickt, um die erste Hälfte unseres Grundstücks zu untersuchen. Wir wollen Klarheit, ob auf unserem Grundstück genügend Tiefenwasser vorhanden ist.

Parallel dazu bereiten sich Aaron, Ludger und ich auf einen erneuten Trip nach Colombo vor. Dort haben wir weitere Treffen mit Organisationen vereinbart, die uns als Partner vor Ort zur Seite stehen und das Projekt unterstützen könnten. Doch wie kommen wir nach Colombo? Eigentlich wäre es praktisch, beide Autos in Padiyathalawa zu lassen. Bleibt uns also der Bus. Leider fährt keiner der klimatisierten Busse, weshalb wir eines der größeren, klapprigen Geschosse nehmen. Es ist warm, nein, es ist heiß; der Bus gut gefüllt. Wir rasen die Serpentinen hoch, gefühlt ohne Rücksicht auf Verluste. Die Tür ist während der Fahrt natürlich auf, hin und wieder kann man wahlweise kurz in den Abgrund oder auf die wunderschöne Landschaft schauen. Laute sri-lankische Musik durchdringt meinen Körper, da sich unter meinem Sitz zufällig der Subwoofer befindet. Angesichts der verbleibenden fünf Stunden Fahrt ist mir die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Aber die Gespräche in Colombo sind wichtig, durchhalten ist angesagt.

Das fällt uns die nächsten paar Tage immer schwerer. Nach zwei ernüchternden Gesprächen an aufeinanderfolgenden Tagen flüchten wir zunehmend in Galgenhumor, suchen Licht am Ende des Tunnels. Lange und heiß geführte Diskussionen rund um die abgehängte Decke, die im Mehrzweckgebäude installiert werden soll, und die ewigen Fahrten durch Colombo geben uns den Rest. Aufgeben ist dennoch keine Option, wir lassen uns nicht entmutigen und schaffen es, positiv zu bleiben.

Endlich zurück in Padiyathalawa, ist die Baustellenarbeit in vollem Gange. Mit Strom, Vermessung und vielem mehr hat sich der zweite Teil des Teams während unserer Abwesenheit beschäftigt. Außerdem wurde nun auch die zweite Hälfte unseres Grundstücks auf Wasser hin untersucht – leider ohne den gewünschten Erfolg. Die Suche nach Wasser geht also weiter. Abseits davon beginnen wir, weitere Lösungsansätze zu erarbeiten. Dafür wollen wir einen tieferen Einblick ins System, in die lokalen Strukturen. Die überwältigende Mehrheit der Menschen hier lebt von der Landwirtschaft, also entschließen wir uns dazu, einige Bauern zu treffen, die sich zusammengeschlossen haben und sich gegenseitig helfen. Wir wollen eine bessere Idee davon bekommen, wie sie Landwirtschaft betreiben, wo genau ihre Herausforderungen liegen und wo vielleicht ihre Sorgen.

Die letzte Woche ist geprägt von Aufgaben, die auf der Baustelle erledigt werden müssen. Die Gruppe ist dezimiert, da Manyl sich auf den Rückweg nach Deutschland machen musste. Wir bündeln also zu sechst unsere letzten Kräfte und kümmern uns um den Rostschutz der Stahlkonstruktion, vermessen das Grundstück, verlegen Strom und treiben die Inventur des Mehrzweckgebäudes voran. Auch die Abende sind meist lang, unsere Besprechungen nehmen viel Zeit in Anspruch und wir sind durch Erkrankungen immer wieder personell geschwächt. Immerhin gibt es einige kulinarische Highlights. Ich meine, wer sehnt sich inzwischen nicht nach einer großen Portion Bratkartoffeln?

Zwei wichtige Termine hat die letzte Woche auch noch auf Lager. Oxfam und World Vision kommen uns auf der Baustelle besuchen. Mit ihnen hatten wir zu Beginn der Reise einige positive Gespräche, die wir nun weiter vertiefen wollen. Bestmöglich vorbereitet gehen wir in die beiden Treffen rein und gehen mit guten Gefühlen wieder raus. Beide Organisationen scheinen verstärktes Interesse an unserem Projekt zu haben. Immerhin ein Teilerfolg!

Die letzten paar Tage verlaufen dann etwas ruhiger. Wir fangen an, aufzuräumen und bereiten uns auf die Rückkehr nach Deutschland vor. Vier intensive Wochen liegen hinter uns, in denen ich als Sri Lanka-Neuling viel Neues gelernt habe. Auf der Fahrt nach Colombo, von wo aus wir zurückfliegen, machen wir noch einen Zwischenstopp in Kandy. Dort gehen wir noch ein bisschen einkaufen, man will ja schließlich noch ein paar Geschenke mitnehmen. Wobei die Zeit hier eigentlich schon Geschenk genug war.

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